In einer verrückt gewordenen Welt sind sie wichtiger denn je: Erzählerische Stoffe, die verbinden, statt zu trennen. Und Feel Good-Filme, die einem eine Auszeit vom oft belastenden Alltag bieten. „Nonnas“ (2025) auf Netflix gelingt genau das: Der Film mit Vince Vaughn („Brawl in Cell Block 99„), Susan Sarandon („Jesus Rolls“ – Kritik) und Lorraine Bracco („GoodFellas“) erzählt eine herzerwärmende Geschichte über Familie, Freundschaft und den Wert alter, aber guter Traditionen. Denn, wie vor allem die Italiener wissen: Liebe geht durch den Magen. Seit 9.5. auf Netflix – unsere Kritik:
von Christian Klosz
„Nonnas“: Eintauchen in die italo-amerikanische Subkultur
Joe Scaravella (Vince Vaughn) ist eine Mechaniker mit italo-amerikanischen Wurzeln, der in einer großen Familie in Brookyln aufwuchs. Als seine kranke Mutter stirbt, ändert sich für den alleinstehenden Mann einiges: Er hatte sich jahrelang um sie gekümmert und sie gepflegt, nun hat er plötzlich viel Zeit, aber auch Geld, das sie ihm hinterlassen hat. Sein bester Freund Bruno (Joe Manganiello) drängt Joe geradezu, sich etwas zu gönnen, neue Dinge auszuprobieren und auf sich zu schauen. Eine Frau würde ihm auch nicht schaden.
Beim Besuch auf einem italienischen Markt in Staten Island entdeckt Joe ein leerstehendes Lokal und hat eine Eingebung: Ein Restaurant mit typisch italienischen Familiengerichten, gekocht von „Nonnas“, italo-amerikanischen Omas, als Hommage an seine Mutter. Joe kauft das Lokal, sucht sich mit einer Anzeige eine 4-köpfige Nonna-Crew zusammen, die aus Gia (Susan Sarandon), Antonella (Brenda Vaccaro), Teresa (Talia Shire) und Roberta (Lorraine Bracco) besteht. Doch aller Anfang ist schwer…
Die „Nonnas“ auf Netflix: Ein Feel Good-Film alter Schule
Mit „Nonnas“ ist Netflix ein echter Überraschungshit gelungen. Der Film, der auf einer wahren Geschichte basiert, ist sympathisch, liebevoll umgesetzt, witzig und bringt vor allem eines mit: Ganz viel Liebe für seine Figuren. Das Herzstück sind natürlich die 4 Italo-Omas, die hohen Unterhaltungswert haben, was auch an den Schauspielleistung der 4 Damen liegt: Zu den witzigsten Szenen gehört das Aufeinandertreffen der stolzen Sizilianerin Roberta mit der ebenso stolzen Norditalienerin Antonella, die sich erst ihre gegenseitigen herkunftsbezogenen Vorurteile an den Kopf werfen. Und dann, in der Küche, Tomaten, Zwiebel und andere Lebensmittel, bis das ganze in einem Food Fight ausartet, der mit einem Brand endet.

„Nonnas“ besinnt sich auf die wichtigsten Zutaten des Mediums und mundet wie ein gut zusammengestelltes, italienisches Gericht: Eine leicht bekömmliche Geschichte, die trotzdem emotionale Tiefe mitbringt. Gute Darsteller und vor allem Darstellerinnen, die sichtbar Spaß und Freude bei ihrer Arbeit haben. Witz und Humor. Und vor allem: Herz und Leidenschaft, bei jedem Gericht die Hauptzutat, wie Joes eigene Nonna in einer Rückblende erklärt.
Fazit
So präsentiert Netflix mit „Nonnas“ einen echten Feel Good-Film, der dieses Prädikat auch wirklich verdient. Der Freude bereitet, zum Schmunzeln anregt und ganz nebenbei Lust auf Kochen und Essen macht. Und tatsächlich für die ganze Familie – von jung bis alt – etwas zu bieten hat.
Bewertung
(82/100)
„Nonnas“ – seit 9.5. 2025 auf Netflix.
Filmdaten
| Titel | Nonnas |
| Laufzeit | 114 Minuten |
| Regie | Stephen Chbosky |
| Darsteller | Vince Vaughn, Lorraine Bracco, Susan Sarandon, Linda Cardellini |
| Rotten Tomatoes | 82 % |
| IMDb | 6,9 |
| Wo zu sehen? | Netflix, seit 9.5.2025 |
„Nonnas“ (2025) – Trailer
(Beitrag am 9.6.2025 upgedatet)
Bild: (c) Netflix
