In die Riege des „Public Domain Horror“-Genres reiht sich nun „Bambi: Die Abrechnung“ (OT: „Bambi: The Reckoning“) ein, das aus der tragischen Geschichte um das Disney-Rehkitz eine blutige Rachestory macht. Dahinter stecken abermals die Macher von „Winnie the Pooh: Blood and Honey“, doch leider haben sie sich und ihren Film diesmal etwas zu ernst genommen. „Bambi: Die Abrechnung“ ist seit 23.10.2025 auf BluRay und DVD erhältlich und auch als Video-on-Demand verfügbar.

Kritik von Christian Klosz

„Bambi: Die Abrechnung“: Die Handlung

Es sollte ein entspannter Ausflug in die Natur werden, mit Freunden und Familie. Doch nach einem verstörenden Autounfall irren Mutter (Roxanne McKee) und ihr Sohn durch den dunklen Wald und bemerken, dass sie hier nicht allein sind. Denn auf der Suche nach seinem Kitz geht ein monströser und gefräßiger Hirsch über Leichen. Und auf Menschenjagd.

Bei dem Hirsch handelt es sich um den inzwischen erwachsenen Bambi: Er musste ohne Mutter aufwachsen, fand aber eine Partnerin und bekam mit ihr ein Kind. Bei einem Unfall mit einem Lastwagen, der toxischen Müll transportierte, starb Bambis Geliebte, und sein Nachwuchs lief verschreckt davon. Als Bambi von einem durch Toxine vergifteten Bach trank, verwandelte er sich in ein rachsüchtiges Monster…

„Bambi: Die Abrechnung“: Kritik

Wer sich Filme aus der Jagged Edge-Produktionsstätte antut, weiß in der Regel, worauf er sich einlässt: Man wird keine ausgefeilten Drehbücher erwarten, keine tiefgründigen Dialoge, auch keine überzeugenden Visuals, sondern absurd-kranken Horror-Trash, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Das war am Ende auch das Erfolgsrezept der beiden „Blood and Honey“-Streifen.

Bei „Bambi: Die Abrechnung“ gehen die Macher rund um Produzent Rhys Frake-Waterfield und Regisseur Dan Allen einen anderen Weg: Zum einen setzt man bei der Realisierung des mordenden Tierchens erstmals nicht auf lächerlich-skurrile Masken und praktische Effekte, sondern auf CGI. Zum anderen nimmt man es mit der Selbstironie nicht mehr ganz so ernst.

Beide Entscheidungen tun „Bambi: Die Abrechnung“ nicht wirklich gut: Man kann dem Film attestieren, dass der Protagonist (Bambi) diesmal zumindest zeitweise wirklich bedrohlich aussieht und einen Fortschritt auf technischer Ebene bemerken. Zugleich war aber gerade der Camp-Look einer der Reize der vorangegangenen Filme. Es wirkt so, als hätte man diesmal einen besseren, ernsthafteren Slasher machen wollen. Leider mit der Konsequenz, dass dem Endergebnis irgendwie die (kaputte) Seele fehlt.

bambi the reckoning
Bambi hat Hunger…

Angesichts der anderen tonalen Ausrichtung muss man „Bambi: Die Abrechnung“ als ernstgemeinten Horrorfilm bewerten. Und als solcher ist er schlicht unterdurchschnittlich: Abgesehen von einigen „amüsanten“ Kills ist das Drehbuch Müll und die Charaktere fallen allesamt durch besonderen Hang zur Dummheit auf.

Die visuelle Umsetzung ist am Ende trotz der Fortschritte mangelhaft, da hilft es auch nicht, dass die meisten Einstellungen vom blutrünstigen Bambi-Biest so dunkel gehalten sind, dass etwaige Schwächen kaschiert werden. Und der trashige Charme fehlt eben. Manche besonders grausige Szenen können nicht davon ablenken, dass dramaturgisch weitgehend Leerlauf herrscht.

Fazit

„Bambi: Die Abrechnung“ scheitert an seiner Selbstüberschätzung: Für ernsthaften Horror fehlt es den Machern an visuellem Talent und vor allem an Ideen für eine interessante Handlung. So präsentiert sich der Film als Slasher nach Schema F, dem zudem der selbstironisch-trashige Charme der Vorgänger fehlt.

Bewertung

Bewertung: 5 von 10.

(45/100)

„Bambi: Die Abrechnung“ („Bambi: The Reckoning“): Seit 23.10.2025 im Heimkino erhältlich.

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Bilder: (c) Seismic Releasing / ITN – Plaion Pictures