16 Jahre nach „Toy Story 3“ und 7 Jahre nach Teil 4 finden Buzz Lightyear, Woody, Jessie und Co. erneut den Weg in die Kinos. „Toy Story 5“, ab 23. Juli 2026 auch bei uns zu sehen, soll der Digitalisierung den Kampf ansagen und diese Message kindgerecht vermitteln. Leider ist das Ergebnis eine Enttäuschung.
Von Christian Klosz
Die aktuelle Besitzerin der bekannten Spielzeuge, Bonnie, ist bereits 8 Jahre alt. Und auch vor ihr macht der digitale Fortschritt nicht Halt: Inzwischen fällt es ihr sogar schwer, Freunde zu finden, weil sie immer noch mit den „altmodischen“ Toys spielt, während ihre Altersgenossen längst auf Tablets umgestiegen sind. Bonnies Eltern schaffen schließlich auch solch ein Ding an, in der Hoffnung, dass ihre Tochter so neue Kontakte knüpfen kann.
Die Spielzeuge rund um Cowgirl Jessie (Joan Cusack) und Buzz Lightyear (Tim Allen kehrt als Sprecher zurück) beobachten diese Entwicklung mit Sorge: Kann es wirklich gut sein, wenn ihr Schützling nun fast den ganzen Tag vor einem Bildschirm hängt? Und ganz auf ihre geliebten Spielsachen vergisst?
„Toy Story 5“: Mit Computeranimation gegen digitalen Fortschritt?
Als Bonnie zu einem Playdate eingeladen wird, versteckt sich Jessie in ihrem Koffer, sie will sicher gehen, dass die neuen Freunde auch wirklich „die richtigen“ sind. Durch ein Missgeschick landet sie jedoch in ihrem alten Zuhause, wo inzwischen das Mädchen Blaze wohnt. Und die stellt sich mit ihrem Faible für altmodisches Spielzeug als ideale Freundin für Bonnie heraus: Jessie und die Toys machen es sich – auch mit Unterstützung des zurückgekehrten Woody (Tom Hanks) zur Aufgabe, die beiden Mädchen zusammenzubringen.
Bei Filmreihen stellt sich stets die Frage: Wann ist er richtige Zeitpunkt, aufzuhören? Wann zerstört ein weiteres Sequel das Vermächtnis der gesamten Reihe und wann geht es nur noch um Geldmacherei? Die meisten Studio-finanzierten Reihen überschreiten diesen Punkt irgendwann, bis das Publikum durch Desinteresse die nötige Antwort gibt, nicht mehr zuschaut und der finanzielle Faktor wegfällt, nicht wenige Reihen enden so etwas unrühmlich und zu spät. Mit „Toy Story 5“ muss sich nun auch das „Toy Story“-Franchise, ihre Macher um Regisseur Andrew Stanton und Disney/Pixar diese Frage gefallen lassen.
Der erste „Toy Story“-Film erschien vor über 30 Jahren und revolutionierte als erster, großer computer-animierter Spielfilm die ganze Branche. Heute ist die Machart längst Standard. Außerdem wirkt es doch etwas seltsam, wenn ausgerechnet eine Filmreihe, die einst der „handgemachten“ Comic-Kunst den Todesstoß versetze, nun gegen digitalen Fortschritt Stellung bezieht.
Buzz, Woody und Co. wirken müde und lustlos
Das Problem ist aber gar nicht unbedingt dieser Widerspruch, sondern eher die Art und Weise, wie die durchaus wichtige Message – gerade mit Hinblick auf die negativen Nebenwirkungen von Social Medias auf Kinder – vermittelt wird. Denn das wird alles eher lustlos und unkreativ heruntererzählt.
Auch sonst hat der Film kaum Neues oder wirklich Relevantes zu bieten, die „Spielzeug-Geschichten“ sind irgendwie auserzählt, so hat es den Anschein. „Toy Story 5“ fühlt sich so an wie eine Zugabe, die zwar niemandem weh tut, aber auch völlig unnötig war – und in letzter Konsequenz dem Nimbus des gesamten Franchise schadet: Nach „Toy Story 3“, den Quentin Tarantino bis heute als einen der besten Filme des 21. Jahrhunderts bezeichnet, hätte wohl Schluss sein sollen.

Dass Disney die Reihe einstellt, davon ist angesichts des finanziellen Erfolgs von „Toy Story 5“ allerdings nicht auszugehen: In den USA und anderen Ländern stertete der Film bereits vor 1 Monat und spielte bisher fast 1 Mrd. $ ein – ein waschechter Sommer-Blockbuster also. Und im Zweifelsfall gilt bei den Monopol-Studios dann bekanntlich immer noch Quantität vor Qualität.
Fazit
Harmlose, weitgehend substanzlose Fortsetzung, die nichts Neues bringt, das man in den vorangegangenen Filmen nicht bereits gesehen hätte: „Toy Story 5“ eignet sich am besten als belangloser Sommerkino-Snack für Familien mit Kindern, aber nicht für mehr.
Bewertung
(57/100)
„Toy Story 5“: Ab 23.7.2026 im Kino.
Bilder: 2025 Disney/Pixar (c)
