Die Regielegende Ridley Scott hat in den letzten Jahren eine durchwachsene Bilanz aufzuweisen: Die Alien-Aufgüsse „Prometheus“ und „Covenant“ blieben hinter den Erwartungen zurück, dafür schuf er 2015 mit „Der Marsianer“ einen der besten Weltraumfilme der jüngeren Vergangenheit, der durchaus das Zeug zu Klassiker hat. Als moderner Klassiker gilt Scotts „Gladiator“ aus dem Jahr 2000 inzwischen längst. Sein monumentales, Oscar-prämiertes Historienepos mit Russell Crowe und Joaquin Phoenix in den Hauptrollen begeistert vor Allem mit opulenter Ausstattung, pompös inszenierten Action- und Gewaltszenen, und philosophischen Anklängen: Maximus, der gefallene Feldherr, fordert als Gladiator sich selbst, das Schicksal, und das inzwischen der Niedertracht (durch Commodus) anheimgefallene römische Imperium heraus.

Inhalt: Feldherr Maximus (Russell Crowe) feiert unter Kaiser Marcus Aurelius (Richard Harris) bedeutende Erfolge im Krieg, bis jener ihn schließlich bittet, sein Imperium nach dem bevorstehenden Tod zu übernehmen. Des Kaisers Sohn Commodus (Joaquin Phoenix) kommt dem Ganzen zuvor, indem er seinen Vater tötet, Maximus versklaven lässt und sich selbst als Herrscher feiern lässt. Dieser fightet sich als Gladiator seinen Weg zurück nach Rom, um schließlich im Colloseum mit Commodus um das Schicksal des römischen Imperiums zu kämpfen.

Bildgewaltig und mit viel Pomp und Spektakel inszeniert, nimmt „Gladiator“ Anleihen am klassischen Monumentalfilm. Ridley Scott kann bei der Rekonstruktion des antiken Rom sein ganzes Talent als Regisseur spielen lassen, vor allem die Großaufnahmen sind teils wunderschön gelungen. Die Actionszenen wirken manchmal etwas überinszeniert, was aber bei einem Film, der sich anschickt, ein Monumentalfilm zu sein, kein Verbrechen sein soll.

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Die Schauspieler machen ihre Sache recht solide (Russell Crowe) bis sehr gut (Joaquin Phoenix als zwielichtiger Commodus). Bemerkenswert sind auch, wie in vielen Ridley Scott-Filmen, die philosophischen Ansätze: Fragen nach Machtgier, Enttäuschung, Rache, Liebe und Vertrauen werden angerissen und reflektiert. Am Ende ist „Gladiator“ einer der besten Historienfilme der jüngeren Zeit, und ein Fixstern in Ridley Scotts Filmografie, der vor allem eines ist: außergewöhnlich.