Während der Biopic-Film „Michael“ aktuell noch in den Kinos läuft, widmet sich nun eine neue Dokumentationsreihe den kontroversen Kapiteln im Leben des „King of Pop“. Ab 3. Juni 2026 startet auf Netflix die dreiteilige Doku-Serie „Michael Jackson: Das Urteil“, die den Gerichtsprozess gegen Michael Jackson aus dem Jahr 2005 in den Mittelpunkt stellt. Alle Infos zur packenden Serie lest ihr hier:
Von Johanna Noak
Im Gegensatz zum Kinofilm konzentriert sich die Dokumentation „Michael Jackson: Das Urteil“ nicht auf die musikalische Karriere des Popstars, sondern auf die sexuellen Missbrauchsvorwürfe, die ihn über Jahrzehnte begleiteten. Im Fokus steht insbesondere der Fall des damals 13-jährigen Gavin Arvizo, der Michael Jackson sexuellen Missbrauch auf dessen „Neverland“ Ranch vorwarf. Der Prozess entwickelte sich zu einem der meistbeachteten Gerichtsverfahren aller Zeiten und wurde weltweit von den Medien verfolgt.
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„Michael Jackson: Das Urteil“ erzählt das, was der Kinofilm verschweigt
Dabei war der Fall Arvizo nicht der erste Vorwurf gegen den Sänger. Michael Jackson wurde – erstmals 1993 – immer wieder mit Anschuldigungen konfrontiert, unangemessene Beziehungen zu Jungen gepflegt oder diese sexuell missbraucht zu haben. Die Vorwürfe führten zu mehreren Ermittlungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen. Im Verfahren von 2005 musste sich Jackson schließlich in mehreren Anklagepunkten verantworten. Nach dem Gerichtsprozess wurde er jedoch in allen Punkten freigesprochen.
Genau diesen Prozess möchte „Michael Jackson: Das Urteil“ nun aus verschiedenen Perspektiven neu beleuchten. Zu Wort kommen unter anderem ehemalige Anwälte, Geschworene, Beteiligte des Verfahrens sowie Vertreter beider Seiten. Mithilfe von Archivmaterial und Aufnahmen von der „Neverland“ Ranch soll rekonstruiert werden, wie die damaligen Ereignisse abliefen und wie es letztlich zu dem Urteil kam.

Netflix-Doku versucht eine aktuelle Neueinordnung
Regisseur Nick Green und Showrunner David Hermann verfolgen dabei das Ziel, die Geschehnisse rund zwanzig Jahre später neu einzuordnen. Da während des Prozesses keine Kameras im Gerichtssaal zugelassen waren, basiert die Serie auf Interviews, Archivaufnahmen und Schilderungen sowie Eindrücken der Beteiligten.
Die bereits 2019 erschienene Dokumentation „Leaving Neverland“, die sich auch den Missbrauchsvorwürfen gegen Michals Jackson widmet, konzentriert sich im Vergleich dazu hauptsächlich auf die Aussagen von zwei Männern, Wade Robson und James Safechuck. Die Doku-Serie „Michael Jackson: Das Urteil“ möchte den Fokus hingegen stärker auf das Gerichtsverfahren selbst und dessen Hintergründe legen.
„Michael Jackson: Das Urteil“ bemüht sich jedenfalls um eine akkurate Einordnung und Darstellung und ein ausgewogenes Panoramabild, das auch einen guten Überblick liefert – wenngleich Hardcore-Fans damit wohl nicht happy sein werden. Ob die Serie bekannte Diskussionen erneut entfacht, wird sich zeigen. Zuschauerinnen und Zuschauer können sich ab dem 3. Juni auf Netflix selbst ein Bild von dem wohl umstrittensten Prozess der Popgeschichte machen.
„Michael Jackson: Das Urteil“: Doku-Serie, 3 Folgen, seit 3.6.2026 bei Netflix.
Eine filmische Schönheits-OP: Kritik zu Kinofilm „Michael“
Bild: (c) Netflix / Serienposter
Textbild: Santa Barbara County Sheriff’s Office – The Smoking Gun, Gemeinfrei, Link
