Diesmal in der Reihe „Film der Woche“: Ein wahrer 80´s – Klassiker, nämlich „Scarface“ von Brian de Palma aus dem Jahre 1983. An sich ein Re-Make eines Gangster-Klassikers aus den 30-ern, erlangte der Film inzwischen Kult-Status. Bemerkenswert ist neben der Brutalität und Rohheit des Films vor Allem Al Pacinos Darstellung als Tony Montana.

Der Film basiert auf einem Drehbuch von Oliver Stone („Wall Street“, „JFK“), der vor seiner Regie-Karriere in diesem Bereich reüssierte. Gedacht war „Scarface“ stets als politischer Film, als Kapitalismuskritik. Wie meist bei Stone wird die Kritik nicht oberflächlich moralisierend vorgetragen, sondern über die Beschreibung dessen, was den Kapitalismus ausmacht, wozu er führt: Tony Montana ist ein Flüchtling aus Kuba, der in den USA eine neue Chance sucht. Schnell kommt er auf den Geschmack der Gier, des „Immer-mehr-Wollen“: Geld, Kokain, Macht – „The World is yours“ wird das neue Motto.

Brian de Palma hält sich mit seiner Regie auffällig zurück, überlässt dem Drehbuch und seinen Akteuren viel Raum. Hervorzuheben ist weiters der tolle Soundtrack von Giorgio Moroder, der die Szenen unverkennbar mit seinem Synthie-Sound unterlegt.

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Es gibt bestimmt tiefgründigere Filme, auch solche, die ihre Message mit mehr Finesse vermitteln: Sehenswert ist „Scarface“ aber allemal. Neben der erwähnten, geschickt verpackten Kapitalismus-Kritik besitzt der Film hohen Unterhaltungswert, und besticht durch Bilder und Musik. Ironie der (Film-)Geschichte: „Scarface“ galt mit seiner zur Schau gestellten protzigen Ausstattung lange Zeit als Vorbild für die Hip-Hop-Kultur, die der Idee „from the bottom to the top“ ja nicht unbedingt übermäßig kritisch gegenübersteht.

 

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