Spielberg brachte eben den von Kritik und Publikum durchaus wohlwollend aufgenommenen „Ready Player One“ ins Kino, bei dem er sich noch einmal an einem großen Blockbuster versuchte. Bereits 2011 erschien sein „Tim und Struppi“-Film, für den er bereits seit vielen Jahren die Rechte besessen hatte, aber er spät zur Realisierung kam. Geplant ist eine Trilogie, bei der sich Kollaborateur Peter Jackson und Spielberg die Regie aufteilen. Mit dem ersten Teil entstand ein phasenweise höchst unterhaltsames Animations-Abenteuer, das in Tempo an Indiana Jones erinnert, und beeindruckende Tricktechnikspielereien offenbart.

Kurzer Story-Abriss: Tim ist Reporter, gerät aber immer wieder in spannende und gefährliche Abenteuer, bei denen ihm sein getreuer Gefährte, Hund Struppi, zur Seite steht. Diesmal hat er es mit einer Schatzsuche zu tun: Am Meeresgrund soll ein verborgender Goldschatz in der „Einhorn“, einem versunkenen Schiff, versteckt sein, den ein Vorfahre von Kapitän Haddock dort hinterlassen haben soll. Doch nicht nur Haddock, Tim und Struppi sind hinter dem Schatz her, sondern auch der fiese Sakharin…

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Klingt öde, oder nach Kindermärchen? Nun, wer mit Eskapismus und (Erwachsenen-)Märchen nichts anfangen kann, ist bei Spielberg sowieso an der falschen Adresse. Im Grunde ist die Story hier aber zweitrangig, der Film beeindruckt (vor Allem in der ersten Stunde) durch Tempo, hohen Unterhaltungswert und sehenswerte Animationseinfälle. „Tim und Struppi“ wurde komplett animiert, den Charakteren wurden aber per Motion-Capture-Technik Leben eingehaucht.

In den besten Phasen erinnert der Film an Spielbergs Indiana-Jones-Reihe, bevor er im Mittelteil einen leichten Hänger bekommt, und Spielberg sich etwas zu sehr seinen kindischen Spielereien hingibt. Gegen Ende erfängt sich „Das Geheimnis der Einhorn“ allerdings wieder, und findet ein ebenso interessantes wie rundes Finale, das Lust auf mehr macht. Man wird sehen, für wann Teil 2 geplant ist, ob Spielberg wirklich an Peter Jackson übergibt, und ob das Ergebnis ebenso unterhaltsam ist.

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von Christian Klosz

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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