Bereits vier Jahre ist es her, als das Gespann Fuqua / Washington mit ihrer Leinwandversion von „The Equalizer“ um den ruhigen ehemaligen CIA–Agenten Robert McCall, mit einem Herz für seine Mitmenschen und einem offenen Ohr für deren Probleme, die Kinogänger begeistern konnte. Und bald war eines klar: Dieser stylische Mix aus Action, Thriller und Charakterstudie bedurfte, ob all der potenziell noch lauernden Geschichten, eines Sequels. Sogar das gut geölte Duo, beide eigentlich keine großen Liebhaber des Fortsetzungsfilms, sahen ausreichend Potential in der Figur, um erneut mit an Bord zu sein. Und so überrascht es nicht, dass ab kommendem Donnerstag The Equalizer 2 in den österreichischen Kinos zu sehen sein wird.

Dabei hält man sich ganz klassisch an eine der wichtigsten Regeln für ein gutes Sequel: Mach es persönlicher. Denn während der erste Teil noch mehr damit beschäftigt war, den Mythos Robert McCall zu etablieren, beleuchtet die Fortsetzung gekonnt den Menschen hinter der stoischen Fassade. Die Figur selbst und weniger ihre Taten stehen im Fokus, wodurch dem Zuschauer erlaubt wird, sich emotionaler zu investieren, als dies normalerweise bei Vertretern dieses Genres der Fall ist.

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Was lauert hier hinter der Scheune?

Dass bei einem solch charaktermotivierten Streifen der Hauptdarsteller das Zünglein an der Waage ist, welches über Sieg oder Niederlage des Projektes entscheidet, ist offensichtlich, zum Glück schlüpft erneut Denzel Washington in den facettenreichen Protagonisten und überzeugt, wie so oft, auf ganzer Linie. Jede kleinste Zuckung seiner Gesichtszüge wirkt authentisch, jeder Handgriff sitzt und jede Bewegung wirkt mühelos. Dass trotz all der Charaktermomente die Action nicht zu kurz kommt, dafür zeichnen Drehbuchautor sowie Regisseur verantwortlich, denen der Spagat gekonnt gelingt. Die Actionszenen wirken stets homogen in die Geschichte eingebettet und nie wie ein bloßes Mittel zum Zweck. Auch wenn der ausgeprägte Einfallsreichtum bei der Wahl der zur Verfügung stehenden Waffen diesmal etwas zurückgeschraubt wurde, ist es speziell die überaus stilsichere Inszenierung, welche die actionlastigen Sequenzen zu einem Augenschmaus macht.

Fuqua lässt dabei teilweise sogar erfrischend verspielte Töne anklingen – da befindet sich der Zuschauer schon mal plötzlich im First Person View oder fühlt sich wie eine Kugel im Flipperautomat, während mit dem Auto über die Straßen geheizt wird – und beweist damit, dass er sich als Künstler stetig weiterentwickelt. Einziges kleines Manko bildet der Soundtrack, vor allem verglichen mit seinem Vorgänger. Allzu oft wirken die Stücke farblos, befremdlich vertraut oder treten zu sehr in den Hintergrund.

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Regisseur Fuqua und Denzel Washington in Berlin

Fazit:

Alles in allem setzt das Dreamteam Fuqua/Washington mit dieser Fortsetzung ihren gemeinsamen Siegeszug fort, denn, während es ein paar kleinere Abstriche in den Bereichen actionbezogene Kreativität und musikalische Untermalung gibt, überwiegen eindeutig die Zugewinne in puncto Charakterzeichnung und Handlung. Ein durchwegs gelungenes Sequel.

Bewertung:

8 von 10 Punkten

ab 16.8. im Kino!

von Mara Hollenstein-Tirk

 

Bildrechte: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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