Wir alle kennen Christopher Robin und seine Abenteuer mit seinen flauschigen Freunden rund um Winnie Puuh im Hundertmorgenwald seit Kindertagen. Überall gab es Geheimnisse zu entdecken, Honigtöpfe und launige Esel, ein Kindheitszauber, den viele von uns noch im Herzen tragen. Im neuen kleinen Meisterwerk aus der Feder von Disney treffen wir auf Christopher Robin, dem alles andere als der Zauber der Kindheit hinterher schwebt: Ewan McGregor verkörpert mit viel Fingerspitzengefühl einen erwachsenen, überarbeiteten Christopher Robin, der mittlerweile eine eigene Familie gegründet hat. Er steckt tief in einem Job fest, der ihn unglücklich macht und ihn seine Frau und Tochter vernachlässigen lässt. Als es den beiden zu bunt wird und ein geplantes Familienwochenende platzt, nimmt seine Frau Emily (Hayley Atwell) Tochter Madeline (Bronte Carmichael) und fährt mit ihr alleine auf das Cottage am Hundertmorgenwald.

seit 16.8. im Kino

Christopher Robin ist am Tiefpunkt, als plötzlich Winnie Puuh vor ihm steht und ihn um Hilfe bittet, seine Freunde wieder zu finden. Nach ersten Irritationen macht er sich zusammen mit dem engsten Freund seiner Kindertage auf die Suche nach dem wilden Haufen aus Plüschfreunden. Wie es immer so schön heißt: Der Weg ist das Ziel, und gemeinsam finden Christopher Robin und Puuh nicht nur die anderen Freunde wieder, sondern auch die verlorenen Träume und die verschwundene Abenteuerlust, das Vertrauen in das „innere Kind“ und die heimlichen Wünsche.

„Christopher Robin“ lässt sich durchaus als positive Überraschung des Kinojahres 2018 bezeichnen. Nicht nur der wundervoll passend ausgewählte Cast, auch die liebevolle detailgetreue Erarbeitung und Ausgestaltung der animierten Figuren überzeugen vollends. Neben einem wunderschönen Score und einer tollen Szenerie punktet der Film auch mit einer sehr flüssige Erzählweise, der absolut passenden Geschichte und einem guten Spannungsbogen. Nicht ganz so gelungen ist der Schnitt, der hätte an manchen Passagen ruhiger und gelassener ausfallen können.

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„Christopher Robin“ ist auch für alle jene zu empfehlen, die bisher nicht mit dem „Winnie Puuh-Fieber“ infiziert wurden. Es geht wider alle Erwartungen in erster Linie gar nicht um den launigen Bär, dieser Film ist ein Diamant für Erwachsene: Vor allem für Menschen, denen ihr Fokus abhanden gekommen ist, die zu viel arbeiten und sich selber aus den Augen verloren haben – mitsamt ihren Träumen und Wünschen, die sie wie einen Schatz tief in ihren Herzen vergraben haben. Für die, die ihre Familie und Freunde immer hinten anstellen, weil der Chef lieber einen Schokokeks statt eines Bisquits möchte.

Fazit:

„Christopher Robin“ rüttelt auf liebevollste Art und Weise an der Tür, hinter der das innere Kind sitzt und man kann nur jedem, der Lust darauf hat, empfehlen, sich den Film zu gönnen und sich treiben zu lassen in eine Welt, in der das wichtigste am Tag eine gute Tasse Tee und ein Honigtopf ist. Oder ein wiedergefundener Esels-Schwanz.

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Gastkritik von Julia van de Gorehttps://www.instagram.com/_im_fuxbau/

Bilder: C. Disney Enterprises