Michael Moore ist bekannt für seine provokanten und politischen Filme: „Bowling for Columbine“ befasste sich mit der Waffen-Obsession der Amerikaner, „Fahrenheit 9/11“ mit der Präsidentschaft Bush und dem fingierten „war on terror“. Nun hat der streitbare Filmemacher einen neuen Feind auserkoren: US-Präsident Donald Trump. Mit seinem neuen Werk, „Fahrenheit 11/9“ (ein Verweis auf den Tag, als Trump Präsident wurde), das am 21.9. in den US-Kinos erscheint, will er nichts weniger als Trump stürzen. Der Film soll das US-Publikum sensibilisieren und für die im November stattfindenden Kongresswahlen mobilisieren, um dort gegen die Republikaner und den amtierenden US-Präsidenten ihre Stimme zu erheben.

Dabei unterscheidet sich Moores neuestes Werk laut ersten Berichten mehr oder weniger deutlich von den Vorgängern: „Erwachsen“ wird „Fahrenheit 11/9“ genannt, „reif“ oder „ambitioniert“, vor Allem, weil sich Moore (wie sonst oft) nicht selbst in den Mittelpunkt stellt, sondern Leute zu Wort kommen lässt, die in seinen Augen die US-Demokratie retten können und sollen. Moore wurde zwar stets politisches Gespür und inszenatorisches Talent attestiert, aber auch regelmäßig Polemik bis Populismus vorgeworfen.

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Moore stellt unter anderem die Frage „wie zur Hölle wir in diese Lage kommen konnten“, will aber auch Lösungsvorschläge anbieten. Eine der zentralen Thesen des Films, die sich in den vielen Gesprächen mit engagierten Bürgern offenbart: „Unser System war schon kaputt, bevor Trump auftauchte.“ Trump also als Symptom, nicht als Ursache – so und ähnlich hatte das auch Ex-Präsident Obama kürzlich formuliert.

So verwundert es auch nicht, dass die „andere Seite“, die demokratischen Partei, ordentlich ihr Fett weg bekommt: Die amerikanische Linke sei unter Bill Clinton nach rechts gerückt, und habe auf die „einfachen Leute“ in den Industriestaaten vergessen, so Moore. Die hätten sich verraten gefühlt – und aus Protest eben Trump gewählt, der unter anderem versprach „I love the poorly educated!“.

Gegen Ende zieht Moore gewagte Vergleiche: Parallelen zwischen dem Erfolg Trumps und dem Aufstieg Hitlers, dem ähnliche politische Instrumente zu seinem „Erfolg“ verholfen hätten. Bei der Premiere beim Filmfestival in Toronto wurde „Fahrenheit 11/9“ sehr gut aufgenommen. Moore geht es indes mit diesem Film um mehr als nur Trump, ihm geht es um die Zukunft der USA. Zitat Michel Moore:

„Ich bin gegen Hoffnung. Hoffnung, das war die Obama-Zeit. Wir brauchen nun eine Generation der Taten.“