Lars von Trier: Hinter dem so unscheinbaren und fast schon „adelig“ anmutenden Namen versteckt sich niemand geringerer als einer der am kontroversesten diskutierten Filmemacher unserer Zeit. Der Däne, der laut eigenen Angaben lange Zeit unter psychischen Problemen litt und sich in Alkohol und Tabletten flüchtete, wartet dieses Jahr mit einem neuen Werk auf. Die ersten Reaktionen sind, wenig überraschend, extrem gegensätzlich. Während mehr als 100 Menschen die Premiere in Cannes verließen und danach via Twitter ihre Meinung kund taten („It’s disgusting“, zu Deutsch „Es ist ekelhaft“), nutzten andere das Ende des Films für eine minutenlange Ovation und preisen den Künstler von Trier. Doch was versteckt sich hinter „The house that Jack built“?

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Vorweg; auch wenn der Protagonist der Geschichte tatsächlich versucht ein Haus zu erbauen, widmet sich von Trier keiner Dokumentation über Handwerkskunst, sondern schildert die Erlebnisse eines brutalen Serienmörders, der nach dem perfekten Mord strebt. Wie bereits vorangegangene Arbeiten ist auch der neueste Streich mit bekannten Gesichtern geschmückt. Matt Dillon schlüpft in die Rolle von Jack und auch Uma Thurman wird nach „Nymphomaniac“ zum zweiten Mal in einem Werk von Lars von Trier mitwirken.

Der Titel des Films geht dabei auf ein englisches Kinderlied zurück, das in 12 unterschiedliche Versblöcke unterteilt ist und so in Verbindung mit dem Werk steht, welches Jacks Geschichte über 12 Jahre lang begleitet. Allein dieser Gedankengang lässt erahnen zu welch abstrusen Ideen von Trier im Stande ist. Er selber ließ einmal verlautbaren, dass er im berauschten Zustand besonders produktiv sei.

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Ob sich allzu viele Zuschauer an seinem mit Gewaltexzessen gespickten Erguss berauschen können bleibt abzuwarten. Während der bisher größte Kritikpunkt anprangert, dass von Trier „das letzte Tabu bricht“, kommentiert der Regisseur sein neues Werk nur wie folgt: „Viele Jahre lang habe ich Filme über gute Frauen gemacht, dies ist einer über einen bösen Mann.“ Wie böse ebenjener Mann am Ende ist, wird sich ab dem 29. November herausstellen wenn „The house that Jack built“ landesweit in den Lichtspielhäusern zu sehen sein wird. Eines ist aber heute schon in Stein gemeißelt: Der Film wird die Massen spalten, und das ist sogar wörtlich zu nehmen.

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