Seit 29.8. finden die Filmfestspiele in Venedig statt, die sich in den letzten Jahren neben Cannes und Berlin zu den wichtigsten Filmevents des Jahres entwickelt hatten. Besonders heuer ist das Line-Up gespickt mit Stars und Promis, den Juryvorsitz hat niemand geringerer als Oscar-Gewinner Guillermo del Toro („Shape of Water“) inne.

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Doch auch Venedig bleibt von Skandalen und Skandälchen nicht verschont: Die australische Regisseurin Jennifer Kent („The Babadook“) durfte am Mittwoch als einzige weibliche Regisseurin ihren Film „The Nightingale“ zeigen. Die Vorführung verlief soweit gut – bis zum Abspann: Ein italienischer Film-Blogger schrie neben „Shame on you“ noch weit obszönere Wörter (u.a. eine Wortvariation von „Prostituierte“) der Leinwand entgegen – und an die Regisseurin gerichtet.

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„The Nightingale“ erzählt die Geschichte eines jungen irischen Mädchens, das im Jahr 1825 einen britischen Offizier durch die tasmanische Wildnis folgt. Der Thriller ist gewalttätig und emotional, zeigt oft traumatische Bilder. In den Hauptrollen sind unter anderem Aisling Franciosi („Game of Thrones“), Sam Claflin („Me Before You“) oder auch Damon Herriman („Down Under“) zu sehen.

Warum junge Blogger so reagiert hat, ist indes nicht bekannt. Als die Regisseurin auf die Beleidigungen angesprochen wurde, reagierte sie souverän: „Ich bin sehr stolz auf meinen Film, auf meine Schauspieler und meine Crew. Wir haben gewagt, eine Geschichte zu erzählen, die gerade heutzutage erzählt werden muss.“

Ab wann der Film in unseren Kinos zu sehen sein wird, steht noch nicht fest.

von Kathleen Kahler