Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

Gastkritik von Laura Rafetseder.

Eine Gesellschaft in der man stigmatisiert ist, wenn man ledig bleibt und in der alle glücklich sein müssen. Selbstbefriedigung ist verboten, Sex vor der Ehe auch. Ein dystopisches Szenario? Klingt ein wenig nach 50er Jahre oder katholische Kirche am Land.
Tatsächlich ist das die Ausgangslage von „The Lobster“, der 2015 von dem griechischen Regisseur Giorgos Lanthimos gedrehte Film, der sich seither zum Geheimtipp mauserte. „The Lobster“ schrammt mit seiner Darstellung eines „Verpartnerungswahns“ beängstigend knapp an der Realität des Lebens im 21. Jahrhunderts vorbei – auch wenn die gezeichnete Gesellschaft stark Züge eines faschistischen Regimes trägt.

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Die Partnersuche in „Lobster-Land“ ist ein „Muss“, und läuft nach seltsamen Kriterien ab: Man muss zumindest eine Gemeinsamkeit finden, dann erst darf man sich verpartnern – die Logarithmen von Parship lassen grüßen. Wer die 45-Tage-Frist nicht einhält, wird in ein Tier seiner Wahl verwandelt.

Aber so surreal und absurd wie dieser…

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