Sie haben Generationen rund um den Globus zum Lachen gebracht: der dünne Einfaltspinsel und der eingebildete Dickschädel. Laurel and Hardy, der Inbegriff des Comedy-Duos, kehren nun in einem langersehnten Biopic auf die Leinwand zurück.

Regisseur John S. Baird macht es sich nicht zum Auftrag, die Erfolgskarriere der Hollywoodlegenden nachzuerzählen, vielmehr widmet sich der Film unter dem programmatischen Titel „Stan & Ollie“ einer ausgewählten Episode aus dem Leben der zwei Männer, die zum entscheidenden Moment ihrer persönlichen Beziehung wurde. Stan und Ollie (im Film verkörpert von Steve Coogan bzw. John C. Reilly) waren nämlich ein Vierteljahrhundert lang professionelle Partner, bevor sie auch zu Freunden wurden.

Hintergrund: Anfang der fünfziger Jahre ist der Hype um Laurel and Hardy längst abgeklungen. Seit sie sich von ihrem Studio getrennt haben, finden die Künstler nicht die kreative Freiheit, die sie suchen. Das Duo will den Geist seiner Glanzzeit wieder erwecken, so werden die klassischen Lachnummern für die Bühne adaptiert, um mit dem Material auf Europatournee zu gehen und der Welt wieder das Lachen zu lehren. Die Reise führt auch in Stans Heimat England, wo die Männer aneinander geraten und schließlich näher zusammenwachsen.

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John C. Reilly und Stev Coogan nach unglaublicher Verwandlung als „Stan & Ollie“

Legionen von Anhängern haben nur darauf gewartet, dass ihren Idolen ein filmisches Denkmal gesetzt wird. Alleine der offizielle Laurel and Hardy – Fanclub „Sons of the Desert“ zählt über hundert Zweigstellen in aller Welt. Sieben Jahrzehnte nach dem letzten Film der beiden ist die Fangemeinde lebendig wie eh und je, womit sie belegt, dass der Humor des Dream-Teams eine zeitlose, universelle Sprache spricht.

Umso mehr überrascht es daher, dass „Stan & Ollie“ nur zögerlich an ein breites Publikum herantritt. Der Film feierte auf dem London Film Festival bereits Premiere, in den USA soll er Ende Dezember in ausgewählten Kinos anlaufen. Hierzulande ist noch weder ein Verleih, geschweige denn ein Releasedatum bekannt. Man ist versucht, sich in bester Stan-Manier ratlos am Kopf zu kratzen und seinen Freund Ollie zu zitieren: „Well, here’s another nice mess you’ve gotten me into.“.

von Daniel Krunz