Die Serie „The Four Seasons“ kehrt mit einer zweiten Staffel zurück, die seit dem 28. Mai 2026 auf Netflix zu sehen ist. Damit kommt auch der bekannte Cast zurück – mit einer Ausnahme: Nick, gespielt von Steve Carell. Achtung Spoiler: Er starb bereits im Finale der ersten Staffel. Ganz verschwunden ist die Figur allerdings nicht, denn in einer Rückblendenfolge übernimmt Carell noch einmal seine Rolle. Tina Fey als Kate, Will Forte als Jack, Kerri Kenney als Anne, Marco Calvani als Claude, Colman Domingo als Danny und Erika Henningsen als Ginny sind allesamt wieder mit dabei.
Kritik von Johanna Noak
„The Four Seasons“ basiert auf dem gleichnamigen Film von Alan Alda aus dem Jahr 1981. Bereits in Staffel 1 wurde das Konzept von den 3 Schöpferinnen und Autorinnen Tina Fey, Lang Fisher und Tracey Wigfield ins Serien-Format übersetzt und das ist auch in Staffel 2 so: Immer zwei Episoden greifen eine Jahreszeit auf und begleiten die befreundeten Paare bei gemeinsamen Urlauben und Wochenendtrips. Am Ende ergibt das acht knapp halbstündige Folgen.
„The Four Seasons“ bleibt eine leichte Dramedy-Serie
Im Mittelpunkt stehen erneut zwischenmenschliche Konflikte, Beziehungen und die Frage, wie Freundschaften und Ehen über Jahre hinweg bestehen können. Thematisch beschäftigt sich Staffel 2 unter anderem mit Kinderwunsch, Eheproblemen, Verlust und Midlife-Crisis. Dabei bleibt „The Four Seasons“ weiterhin eine leichte Dramedy-Serie, die sich angenehm zwischendurch schauen lässt. Sie versucht, Humor und emotionale Themen miteinander zu verbinden, ohne dabei jedoch wirklich tief ins Dramatische abzurutschen und einen nachhaltig berührt. zu berühren.
Frühling
Die ersten beiden Folgen spielen im Frühling und stehen ganz im Zeichen von Nicks Tod. Gemeinsam reist die Freundesgruppe in die Berge, um seine Asche zu verstreuen. Mit dabei ist auch die junge Ginny, die von Nick schwanger ist. Es stellt sich heraus, dass Anne doch ein großes Problem mit ihrer Anwesenheit in der Freundesgruppe hat. Gleichzeitig beschäftigt sich das homosexuelle Paar Danny und Claude mit der Frage, ob sie ein Kind bekommen möchten.
In der zweiten Folge von „The Four Seasons 2“ verändert sich die Dynamik der Gruppe deutlich: Wegen einer Polizeifahndung müssen alle gemeinsam in einem Motel mitten im Nirgendwo bleiben. Dadurch entwickelt die Episode fast schon Kammerspiel-Charakter, weil die Figuren gezwungen sind, ihre Konflikte auf engem Raum auszutragen. Gerade dadurch entstehen einige der stärksten Momente der Staffel, da unausgesprochene Spannungen zwischen den Paaren langsam eskalieren.
Besonders Jack fällt dabei immer wieder als überkorrekter Charakter auf, der krampfhaft versucht, alles zusammenzuhalten, Konflikte zu lösen und Nick in Ehren zu halten. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch seine Ehe mit Kate zunehmend Risse bekommt. Die ersten Folgen enden schließlich mit einem überraschenden Twist: Ginny zieht bei Anne ein und Danny sowie Claude entscheiden sich doch für ein gemeinsames Kind.
Sommer
Die Sommerfolgen schlagen anschließend etwas leichtere Töne an. Die Freundesgruppe verbringt Zeit am Strand, während Ginnys Baby bereits geboren wurde. Besonders überraschend entwickelt sich dabei die Freundschaft zwischen Anne und Ginny, die zu Beginn der Staffel noch kaum miteinander auskamen.
Danny und Claude beschäftigen sich inzwischen konkreter mit dem Thema Leihmutterschaft. Zugleich entfernen sich Jack und Kate immer weiter voneinander. Vor allem Jack wirkt zunehmend verloren und sucht Ablenkung bei seinem neuen „Strandfreund“ Mark.
Herbst
In den Herbstfolgen verschärfen sich die Spannungen innerhalb der Gruppe weiter. Anne veranstaltet ein großes Thanksgiving-Essen, während Ginny beschließt, auszuziehen. Jack und Kate versuchen dem jeweils anderen mehr Freiraum zu geben, was jedoch nur kurzfristig zu funktionieren scheint. Gleichzeitig verkünden Danny und Claude, dass sie nach Italien ziehen wollen, was besonders Kate – als Dannys beste Freundin – schwer trifft.
Eine der emotional stärkeren Folgen zeigt außerdem einen Rückblick auf ein Thanksgiving im Jahr 2020, also in der Frühphase der Corona-Pandemie. Damals lebte Nick noch. Und er gesteht Anne, dass er mit einer anderen Frau geschrieben und sie geküsst hat. Obwohl er beteuert, Anne weiterhin zu lieben, reicht ihr das nicht mehr aus.
Winter
In den letzten beiden Winterfolgen besucht die Gruppe Danny und Claude schließlich in Italien, wohin die beiden gezogen sind, da Claudes Familie dort lebt. Besonders Kate und Danny müssen sich ihren ungelösten Konflikten stellen. Gleichzeitig sorgt ein Schicksalsschlag in Dannys Familie dafür, dass die Frage offen bleibt, ob beide überhaupt in Italien bleiben können und wollen. Anne entscheidet sich unterdessen dazu, länger dort zu bleiben und ihrem Leben neuen Schwung zu verleihen.

Größte Stärke bleibt der Ensemble-Cast
Die große Stärke von „The Four Seasons“ bleibt weiterhin der Ensemble-Cast und die natürliche Dynamik zwischen den Figuren. Viele Dialoge wirken authentisch und erinnern an echte Gespräche in langjährigen Freundschaften. Gleichzeitig merkt man der Serie an, dass sie Konflikte häufig eher oberflächlich behandelt und emotionale Themen oft schneller auflöst, als sie eigentlich Zeit bräuchten. Dadurch fehlt manchen dramatischen Momenten letztlich die ganz große emotionale Wirkung.
Humoristisch bleibt Staffel 2 eher ruhig und setzt weniger auf große Gags als vielmehr auf kleine, erheiternde zwischenmenschliche Momente und Missgeschicke. Wirklich laut lachen muss man selten.
„The Four Seasons“ lebt von ihrem warmen, leicht melancholischen Ton und den alltäglichen Konflikten der Figuren bzw. deren authentischer Darstellung. Unterstützt wird die Stimmung zusätzlich durch die musikalische Untermalung: Immer wieder wird klassische Musik eingesetzt, besonders Streicherstücke von Vivaldi (der bekanntlich eines seiner Werke „Die vier Jahreszeiten“ nannte), die die Episoden einleiten.
Fazit
„The Four Seasons“ Staffel 2 bleibt letztlich eine angenehm leichte Comedy-Drama-Serie für zwischendurch. Sie bringt einen eher zum Schmunzeln als zum lauten Lachen, schafft es aber immer wieder, emotionale Ehrlichkeit mit Humor zu verbinden. Auch wenn die Serie ihre Themen oft nur oberflächlich behandelt, bleibt sie eine sensible Ode an langjährige Freundschaften, Beziehungen und die Frage, wie Menschen trotz Veränderungen, Trauer und Konflikten miteinander verbunden bleiben können. Wer bereits die erste Staffel mochte, dürfte auch mit den neuen Folgen wieder gut unterhalten werden.
„The Four Seasons“ Staffel 2: Seit 28.5.2026 auf Netflix.
Bewertung zu „The Four Seasons“ Staffel 1
Bilder: (c) Netflix
