Während sich Frodo und Sam nach der Schlacht auf eigene Faust einen Weg nach Mordor bahnen, machen sich Aragorn, Legolas und Gimli auf, um die entführten Hobbits Merry und Pippin zu retten. Als der Ringträger und sein Begleiter immer wieder den richtigen Pfad aus den Augen verlieren, kommt es ihnen mehr als gelegen, dass sie auf die Kreatur Gollum treffen, welche schwört, sie unversehrt in das Reich des Dunklen Herrschers zu geleiten. Und auch der Erbe Isildurs trifft auf seinem Weg auf einen alten Bekannten, der in der Stunde der Not Rat weiß und versucht, die Völker im Kampf gegen das Böse zu vereinen.

Mit „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ erschien 2002 der zweite Teil der „Der Herr der Ringe“ – Saga aus der Feder des Briten J.R.R. Tolkien. Auch in der Fortsetzung übernahm Peter Jackson die Regie und erschuf ein zweifach-oscarprämiertes Werk, welches in der Kinofassung eine Lauflänge von 172 Minuten hat und sich in der erweiterten Fassung auf 235 Minuten erstreckt.

Der mittlere Teil der Fantasy-Trilogie dient als Bindeglied zwischen dem Aufbruch und Ende der Reise und wird von Jackson dazu genutzt, etliche Charaktere in der Story zu etablieren. Gollum, König Théoden, Faramir oder Baumbart; sie alle bereichern die Geschichte und erfahren zumeist eine ausführliche Vorstellung und Hintergrundgeschichte. Das in „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ begonnene Abenteuer wird fortan an drei verschiedenen Fronten erzählt. Vorrangig begleitet der Zuschauer Frodo und Sam bei ihrem Unterfangen, den Ring der Macht endgültig zu vernichten. Die Begegnung mit Gollum ist Fluch und Segen zugleich, kennt er zwar den Weg zum Schicksalsberg, ist mit seinem eigenen Schicksal aber ebenfalls unweigerlich an den Ring gebunden. Sein innerer Zwiespalt wird immer wieder in grandiosen Selbstgesprächen eingefangen und fasst die Quintessenz der Filmreihe perfekt zusammen: Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse.

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Das Dreigestirn aus Mensch, Elb und Zwerg schlachtet sich derweil, genährt von der Hoffnung, durch Horden aus fiesen Orks und Uruk-hais, die unter dem Kommando von Saruman einen letzten Krieg führen und die Ära der Menschen für immer beenden wollen. Die Auseinandersetzung gipfelt in der Schlacht um Helms Klamm, einem der ganz großen Höhepunkte der Reihe. Egal ob die Wortgefechte und Scharmützel zwischen Legolas und Gimli, die famos animierten Kampfsequenzen oder die epischen Momente, in denen sich die zahlenmäßig unterlegenen Verteidiger der Festung zu einem letzten Ausritt entschließen; hier passt einfach alles. Als dann in der Morgensonne des fünften Tages ein weißes Pferd am Horizont erscheint und Howard Shores markanter Soundtrack ertönt, sorgt das auch beim zehnten Mal für absolute Gänsehaut.

Der dritte Geschichtsstrang erzählt parallel die Erlebnisse der verschleppten Hobbits, denen durch Glück und die eigene List die Flucht gelingt. Passend zum bisherigen Verlauf geraten die beiden aber postwendend in das nächste Schlamassel, da sie ausgerechnet im Fangorn-Wald landen und dort die Bekanntschaft der Ents machen, die sich aufgrund ihrer eigenen Situation nicht für das Schicksal der Menschen erweichen lassen. Es ist nahezu überflüssig zu erwähnen, dass auch die Baumhirten fantastisch animiert sind und sich nahtlos in das visuelle Feuerwerk einfügen.

Helmsdiepte

Fazit:

Auch wenn sich die erste Hälfte des Mittelteils tendenziell etwas zu viel Zeit lässt und dramaturgisch etwas an Spannung verliert, ist „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ doch mehr als ein bloßes Verbindungsstück. Richtungsweisende Auseinandersetzungen und lange überfällige Zusammenkünfte bereiten den Weg in ein grandioses Finale vor, das alle bisherigen Darbietungen nochmals in den Schatten stellen sollte. Kritik zu Teil 3 – „Die Rückkehr des Königs“ folgt nächsten Sonntag!

von Cliff Brockerhoff

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