Bereits fünf Jahre ist es her, als sich der Überraschungshit „The LEGO Movie“ in die Herzen von Zuschauern und Kritikern weltweit spielte. Kaum eine selbstreferenzielle oder popkulturelle Anspielung wurde ausgelassen, dazu noch eine gefühlvolle Handlung mit universellen Themen erdacht und das Ganze mit einem überaus kreativen Animationsstil formvollendet abgerundet. Ob die Fortsetzung dem Zuschauer einen ähnlich frischen Wind um die Nase wehen lässt, wie dies der Vorgänger tat, erfahrt ihr in unserer Kritik.

Fünf Jahre sind seit jenem verheerenden Angriff durch die Wesen vom Planeten Duplo vergangen und die Auswirkungen der zahlreichen Auseinandersetzungen sind nicht zu übersehen: die einst blühende Stadt mit ihren Häusern, Parks und belebten Straßen gleicht einem wüsten Ödland, alle Überlebenden haben sich sowohl körperlich als auch seelisch abgehärtet, um dem rauen Alltag trotzen zu können; nun ja, eigentlich doch nicht alle, denn ein unverbesserlicher Optimist befindet sich nach wie vor unter ihnen, jener Besondere, welcher auf den Namen Emmet hört. Diesem ewig lächelnden Sonnenschein kann nichts so schnell seine Laune vermiesen, doch als seine besten Freunde von den Invasoren entführt werden, scheint es für Emmet an der Zeit, seine weiche Schale abzulegen und erwachsen zu werden.

Sequels haben es für gewöhnlich nicht leicht: das, ob seiner kreativen Einzigartigkeit, beim ersten Teil noch vorhandene Überraschungsmoment ist verflogen, viele Witze bereits verwendet und es wurde eine Welt erschaffen, in deren Logik und Kanon man sich einfügen muss. Und genau jene prinzipiellen Unwägbarkeiten eines zweiten Teils sind es auch, die diesem hier etwas zum Verhängnis werden.

Da wären zunächst einmal die schier unzähligen Witze und Anspielungen. So hoch die Gagdichte auch sein mag, viele der Possen wollen einfach nicht recht zünden oder gehen schlicht in der Masse unter. Mit zunehmender Laufzeit beschleicht einen das Gefühl, dass der Drang, den Vorgänger zu übertreffen, so groß war, dass man auf die alte, wenn auch wenig bewährte Methode „mehr ist besser“ zurückgegriffen hat.

Auch das innovative Element der Durchbrechung der Ebenen, von der animierten in die reale Welt, welche bei „The LEGO Movie“ erst ganz zum Schluss für einen phänomenalen Twist sorgte, wird hier am laufenden Band eingesetzt, wodurch sich nicht nur der Effekt kannibalisiert, sondern auch zahlreiche Fragen aufgeworfen werden, die man bisher aufgrund der starken erzählerischen Wirkung mit einem Schulterzucken wohlwollend ignoriert hatte.

Doch obwohl der Film einige kleine Makel aufweist, kann man ihm seinen Unterhaltungswert nicht absprechen, denn die Verantwortlichen machen auch einiges richtig. Hier wäre zum Beispiel die Handlung zu nennen, die, ebenso wie der erste Teil, auf geschickte Weise universelle Botschaften über das Erwachsenwerden, Geschwisterliebe und Selbstvertrauen transportiert, verpackt in ein spaßiges Abenteuer; oder auch der Animationsstil, der nach wie vor durch seine gelungene Mischung aus Stop-Motion und CGI glänzt.

Fazit:

Alles in allem ist „The LEGO Movie 2“ ein schöner Film für die ganze Familie geworden, der sich zwar ein wenig kindlicher und überdrehter anfühlt als sein Vorgänger, dem er auch nicht ganz das Wasser reichen kann, der aber dennoch einen unterhaltsamen Abend garantiert. Ab 8.2. im Kino.

Bewertung:

7 von 10

von Mara Hollenstein-Tirk

Bilder: Warner Pictures

Werbeanzeigen