Mit dem Remake von „The Hills Have Eyes“ vor 13 Jahren trug der Franzose Alexandre Aja, gemeinsam mit Filmen wie „Saw“ oder „Hostel“, zu einem Revival des Horrorfilms bei. Es folgten schlechtere („Mirrors“) und bessere („Piranha 3D„) Werke, meist geprägt durch einen ironisch-spielerischen Zugang, der den brutalen Bildern ihre Schärfe nahm. Dasselbe probiert der Regisseur auch in „Crawl“, seinem neuesten Film – ab 23.8. bei uns im Kino – es gelingt leider nur leidlich.

von Christian Klosz

Worum geht es in „Crawl“? Kurz gesagt um ein Familiendrama, das sich inmitten eines Hurrikanes in einem Einfamilienhauskeller abspielt, wo die Schwimmerin Haley versucht, ihren Vater Dave zu retten, der sich dort verschanzen wollte, aber ungebetenen Besuch bekam; der ungebetene Besuch kam in Form von krabbelndem Ungetier: Grässliche Gatoren suchten sich einen neuen Unterschlupf, und der war just dort, wo sich Dave gerade befand. Da große Gatoren großen Hunger haben, begann einer von ihnen, an Daves Bein zu knabbern, was dessen Bewegungsradius erheblich einschränkte. Zum Glück kam Haley gerade rechtzeitig vorbei, sitzt nun auch im überfluteten Keller, umgeben von krakeelenden Krokos, und versucht, sich und ihren Vater zu befreien.

Klingt hirnrissig? Ist es auch – was aber insofern kein Problem ist, da sich Aja stets bewusst ist, dass er hier höchstens C-Movie-Material bearbeitet. Das klaustrophobische Kellerkammerspiel mag aber dennoch nicht wirklich zünden, da die Handlung einfach zu dürftig ist: Vater und Tochter sind von Krokodilen umzingelt, und versuchen, aus der misslichen Lage zu entkommen – das war’s dann auch schon. Dieser dünne Plot mag in anderen Filmen für eine 3-minütige Action-Sequenz reichen, hier hat man versucht, einen ganzen Film daraus zu basteln.

Dass „Crawl“ nicht zum Totalreinfall verkommt, liegt an den durchaus ansehnlich animierten Krokos, an einigen gut inszenierten Schock-Momenten und an der stets vorhandenen Ironie, die selbst die dümmsten, generischsten Drehbucheinfälle und Dialoge erträglich macht.

Fazit:

Für Fans des Regisseurs ist der Film dennoch eine veritable Enttäuschung – zu dürftig, belanglos und nichtssagend ist einfach die Handlung; trivialer Trash mit Selbstironie, mit Vorsicht zu genießen, und am ehesten während oder nach milder Alkoholintoxikation zu empfehlen und erträglich. Typisches Sommerkino eben.

Bewertung:

5 von 10 Punkten

Bilder: © 2019 Paramount Pictures Corporation

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