„Croupier“, ein komplexer Thriller von Regisseur Mike Hodges, der in der Welt des Glücksspiels in London spielt, ist die Geschichte von Jack Manfred (gespielt von Clive Owen), einem aufstrebenden Schriftsteller, der, um über die Runden zu kommen, einen Job als Croupier annimmt. Jack bleibt ein Beobachter, er empfindet, dass alles im Leben ein Glücksspiel ist und dass Spieler geboren werden, um zu verlieren – aber er wird unweigerlich in die Welt des Casinos hineingezogen, was von seinen Beziehungen und dem Roman, an dem er schreibt, Tribut fordert. Als er in Versuchung gerät, seine eigenen Regeln zu brechen, wägt er sorgfältig die Chancen ab.

„Croupier“ wurde zum ersten Mal in Großbritannien im Jahr 1999 veröffentlicht und das Drehbuch stammt von Paul Mayersberg, der 1986 bei dem ähnlich seltsamen „Captive“ Regie führte. „Croupier“ hat einen Hauch von einem gruseligen, paranoiden Mysterium, interessiert sich aber ebenso für die seltsamen Details der Arbeit in einem halblegalen Casino: beziehungszerstörende Arbeitszeiten, die unantastbaren, aber oft ignorierten Regeln, die potenziell gewalttätigen Kunden, die Scharfschützen mit Plänen, ein bereits manipuliertes Spiel zu überlisten. Bei alledem wird eine realistische Beschreibung der Arbeitsbedingungen in einem Casino sehr gut widergespiegelt. Selbst die Darstellung der Spielhalle ist bis ins kleinste Detail überzeugend. Mayersberg muss ausgiebig recherchiert haben, denn die Innenszenen fühlen sich real an; eine geschäftige, verrauchte Halle, gefüllt mit Spielern in offizieller Kleidung und einer Atmosphäre stiller Verzweiflung. Trotz der Tatsache, dass der Film in Deutschland gedreht wurde, vermitteln die Sets akkurat das Aussehen eines kleinen Londoner Wettbüros.

Jack hat schließlich nur eine einzige Wahl: Spieler oder Croupier werden. Sein Vater, ein kleiner Gauner, arrangiert das Vorstellungsgespräch, durch das Jack den Job überhaupt erst bekommt. Man sieht sofort, dass die Rollen nicht so weit voneinander getrennt sind, wie der Protagonist es gerne vorgibt. Hinter seiner distanzierten, gleichgültigen Fassade verbirgt sich ein Charakter, der süchtig nach Gefahr ist und in seinem nicht ganz so privaten Leben gerne die Würfel rollen lässt. Schafft er es also, sich weitgehend an die Regeln des Casinos zu halten, während er ihre Grenzen austestet?

Der Film, ein typischer „Film Noir“, stellt realistisch dar, wie Casino-Angestellte oft Nachtschichten mit abnorm langen Arbeitszeiten leisten und dass sich dies extrem nachteilig auf ihr Leben auswirken kann. Die Bedingungen, unter denen sie arbeiten, sind ebenfalls besorgniserregend, wobei das potenziell gewalttätige Verhalten von Verlierern und wütenden Betrügern eine besonders beunruhigende Ausgangsanlage darstellt. Und dann sind da noch die Regeln für Verabredungen; das Casino im Film verbietet ausdrücklich romantische Beziehungen zwischen Kollegen, und in der Tat gibt es in der realen Welt Äquivalente, die solche Verstrickungen ebenfalls verpönen. Der Umgang mit den Spielern ist ebenfalls ein Streitpunkt, denn die Dealer sind angewiesen, sie einfach zu ignorieren, wenn sich ihre Wege außerhalb des Casinos kreuzen. Im weiteren Verlauf des Films wird deutlich, warum Casinos solche Regeln haben. Die potenzielle Haftung, die sich aus diesen Rendezvous ergibt, ist klar, denn sie können einen Interessenkonflikt darstellen und im Extremfall dazu führen, dass ein Croupier und ein Spieler zusammenarbeiten, um das Casino zu betrügen. Jack überschreitet diese Grenze natürlich nicht, sondern beschleunigt sie, indem er sowohl mit einer Mitarbeiterin des Casinos als auch mit einem Mitglied der Kundschaft schläft.

Die „Pointe“ von „Croupier“ ist nicht die Handlung, sondern der Charakter der Hauptfigur und die Atmosphäre; Jack Manfred glaubt, er könne außerhalb seines eigenen Lebens stehen, es kontrollieren, die Chancen ausrechnen und es in einen Roman verwandeln. Regisseur Hodges war fasziniert von der Rolle des Croupiers: Es klingt wie ein romantischer Job und beschwört Gedanken und Bilder herauf, aber in Wirklichkeit ist es ein sehr merkwürdiger Job. Er ist nicht sonderlich gut bezahlt und Croupiers haben eine ambivalente Beziehung sowohl zu den Leuten, die das Casino betreiben und riesige Summen verdienen, als auch zu den Spielern – den Leuten, die das Geld ausgeben. Das Casino wird zu einer Metapher für das Leben und Jack agiert wie ein Wissenschaftler, der das menschliche Verhalten aus nächster Nähe beobachtet. Das Casino erscheint hier wie ein Ort, in der man die menschliche Schwäche und Dummheit untersuchen und entweder mit ihr sympathisieren oder sie verachten kann, wobei Jack auf einem schmalen Grat zwischen beidem wandelt.

Obwohl dieser Arbeitsplatz sehr stressig und sogar potenziell schädlich sein kann, hat er auch seine positiven Aspekte. Einen davon bezeichnet Jack augenzwinkernd als „die Macht, dich verlieren zu lassen“. Dabei gibt es buchstäblich nichts, was der Dealer tun kann, um Gewinne und Verluste zu beeinflussen. Die einzige wirkliche Macht, die der Croupier hat, ist sicherzustellen, dass er die Kunden des Casinos mit der höchsten Qualität des Service versorgt.

Wenn es nach Mayersberg geht, ist der Film für uns alle relevant, denn die Welt des Casinos ist in Zocker und Croupiers unterteilt. Die Glücksspieler gehen Risiken ein, während die Croupiers überhaupt kein Risiko haben; die Chancen stehen immer zugunsten des Casinos. Wir haben im Leben ähnliche Wahlmöglichkeiten, die in „Croupier“ metaphorisch durchexerziert werden. Es stellt sich die Frage: Will man ein Leben in Sicherheit oder ein Leben mit Risiko? Die Antwort ist: Wir wollen meist beides.

Der Film spricht also durchaus tiefgründige Themen an, tut dies aber in einem „lockeren“ und unterhaltsamen Stil. „Croupier“ zeigt die Gefahr von Glücksspielsucht auf, aber diese zu vermeiden, ist nicht unbedingt schwierig: Getrennte Bankkonten zu führen, Kreditkartenangebote abzulehnen und Überziehungskredite zu meiden, sind einige Möglichkeiten, sich zu schützen. Alternativ ist die Investition in Anleihen ratsam, da diese in der Regel nicht für Glücksspielzwecke verwendet werden können.

Fazit:

„Croupier“ ist eine düstere, glaubwürdige und unterhaltsame Darstellung eines Mannes, der als Croupier in einem Casino arbeitet, und hält sich bemerkenswert nah an die Realität. Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, auch wenn er einige Aspekte zum Zwecke der Unterhaltung ausschmückt.

Text: extern

enthält Linkplatzierungen