Eine kleine Militäreinheit unter Führung der Kapitänin Artemis (Milla Jovovich) macht sich in der Wüste auf die Suche nach einer anderen Einheit, die verschollen ist. Ein Sandsturm befördert die tapfere Truppe in eine offensichtlich fremde Welt, die von Monsterwesen bevölkert wird, die flugs Jagd auf die Eindringlinge machen: Bis auf die zähe Anführerin gehen innerhalb kürzester Zeit alle drauf. Die macht die Bekanntschaft eines eingeborenen Jägers, der aufgrund der ständigen Bedrohung besondere Schwertkampftechniken beherrscht, um die Monster in Schach zu halten. Nachdem er Artemis in diese Kampfkünste eingeweiht hat, machen beide Jagd auf die Riesenechsen und wollen zudem verhindern, dass noch mehr von ihnen in die menschliche (Parallel-)Welt eindringen und dort für Chaos und Zerstörung sorgen.

von Christian Klosz

„Computerspielverfilmung“: Meistens ist das Attribut ein sicherer Hinweis darauf, die Finger tunlichst von betreffendem Werk zu lassen. Das Risiko birgt auch „Monster Hunter“ von Paul W.S. Anderson, der ein weiteres Mal auf Inspiration aus der Gamingwelt zurückgreift. Dass die Vorlage nicht gerade Hochliteratur oder eine dramatische „reale Begebenheit“ ist, merkt man an allen Ecken und Enden, denn recht simpel gestaltet sich die Dramaturgie, die nicht mehr ist als Mittel zum Zweck. Sinn macht „Monster Hunter“ also definitiv keinen. Aber dafür eine Menge Spaß.

monster hunter

Das liegt zum einen am straighten no-bullshit-Zugang der Macher rund um Anderson, die wissen, was sie tun – vor Allem auf technischer Ebene – und die herrlich absurden Action-Szenen (Menschen kämpfen gegen gigantische Riesenmonster) exzellent umsetzen. Das Timing stimmt und diese Sequenzen sind einfach sehr unterhaltsam und machen zum Zuschauen eine Menge Freude. Gerade zu Beginn von „Monster Hunter“ spielt sich all das außerdem in einem bemerkenswerten Setting ab, einer weißen Sandwüste, was ziemlich coole Bilder hervorbringt.

Erwähnenswert ist auch der Soundtrack des Österreichers Paul Haslinger, der auf untersteuerte Elektro- und Raveklänge setzt, die sich überraschend gut in den Film einfügen und als „roter Faden“ fungieren. Das größte Asset des Films bleibt aber Milla Jovovich, die beweist, dass sie eine der großen Action-Heroinnen des US-Kinos ist, die auch einen ganzen Film auf ihren Schultern tragen kann. Mit coolen Sprüchen, gekonnten Kampfeinlagen und einfach ihrer Ausstrahlung ist sie das unbestrittene Zentrum eines filmischen guilty pleasures, von dem man sich keinen Realismus erwarten kann, auch keine Tiefgründigkeit, keinen „tieferen Sinn“ und kein ausgefeiltes Storytelling, aber dafür jede Menge kurzweilige, gut gemachte Action.

Fazit:

Solide inszenierter, kurzweiliger und unterhaltsamer Monster-Action-Film, der wenig Sinn, aber dafür umso mehr Spaß macht. Protagonistin Milla Jovovich legt einen großen Auftritt als toughes, mutiges Alpha-Weibchen hin, das trotz jeder Menge Härte viel Sympathie ausstrahlt. Ab 1.7.2021 im Kino.

Bewertung:

Bewertung: 7 von 10.

(73/100)

Bilder: © Constantin Film