Zum 80. Geburtstag von Michael Haneke:

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film, Kino & TV

von Elli Leeb

Michael Hanekes österreichischer Metathriller „Funny Games“ fungiert als offenkundige Kritik an zu leicht konsumierbarer Gewalt in Unterhaltungsmedien und versucht, einen selbstreflexiven Gegenentwurf zur omnipräsenten Gewalt des Fernsehens und des Mainstream-Kinos zu entwerfen. Erstmals im Mai 1997 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes gezeigt, polarisiert der Spielfilm damals wie heute Publikum und Kritiker/innen. Er behandelt ein Thema, das auch mehr als 20 Jahre später aufgrund der emotionalen Abstumpfung gegenüber medialer Gewalt von höchster Aktualität ist.

Bereits zu Beginn des Films macht Regisseur Haneke kein Geheimnis daraus, dass die geplante Urlaubsidylle der gutbürgerlichen Familie nicht so kommen wird wie geplant: Die dreiköpfige Familie – bestehend aus Mutter Anna (Susanne Lothar), Vater Georg (Ulrich Mühe) und Sohn Schorschi (Stefan Clapzynski) – wird bei ihrer Autofahrt Richtung Ferienhaus sowohl aus der Vogelperspektive, als auch in extremen Close-Ups gefilmt. Aus dem Autoradio ertönt klassische Musik á la Händel und Tibaldi, doch die…

Ursprünglichen Post anzeigen 535 weitere Wörter