Eine Autorin von Groschenromanen, ihr attraktives Cover Model, ein englischer Millionär und Brad Pitt verlaufen sich im Dschungel. Klingt nach einem schlechten Witz? Nein, ist der Inhalt von „The Lost City“, ab 20.4. im Kino – und dabei eigentlich ganz unterhaltsam.

von Christoph Brodnjak

Loretta Sage (Sandra Bullock) ist Autorin einer – besonders bei Frauen – beliebten Serie an Buch-Romanzen rund um den Abenteurer Dash. Noch beliebter aber ist die Verkörperung von Dash, das Model Alan (Channing Tatum), der ein jedes ihrer Buchumschläge ziert. Eigentlich würde Loretta ja gerne mehr über die tatsächlichen Hintergründe und archäologischen Fakten in ihren Büchern schreiben und sprechen, aber es gilt nun mal: Sex sells!

Dass ihre Bücher durchaus auf wahren Fakten und Forschungen basieren, ist auch dem englischen Multimillionär Abigail Fairfax (Daniel Radcliffe) nicht entgangen. Und so beschließt er kurzerhand, sie nach einer Buchpräsentation zu entführen und auf eine Insel zu verschleppen, damit sie ihm hilft, die „Crown of Fire“, eine Krone aus Rubinen, zu finden. Um ihr zu beweisen, dass er mehr als nur ein einfältiges Model ist, begibt sich Alan auf Rettungsmission. Gemeinsam mit dem Ex-Navy Seal und Personal Trainer, Jack Trainer (Brad Pitt).

Was folgt ist eine recht klassische Abenteuer-Romanze in der Tradition von „Romancing the Stone“, „Jumanji“ oder „National Treasure“. Es kommt zu Explosionen, Verfolgungsjagden, Konfrontationen mit den Gefahren des Dschungels, genügend Lachern und auch etwas Romantik. Alle Darsteller scheinen auch stets sehr viel Spaß in ihren Rollen zu haben, unabhängig davon, wie klein diese auch sind. Die Chemie zwischen Loretta und Alan ist stimmig, selbst wenn es auf der Leinwand woanders sicher schon mal mehr geknistert hat als hier. Was man dem „The Lost City“ durchaus zugutehalten muss, ist, dass er genau zu wissen scheint, in welchem Genre er sich bewegt. Und dazu auch steht. Nur allzu oft kommt es vor, dass sich ein Film geradezu zu genieren scheint, romantisch oder gar kitschig zu sein. An keiner Stelle geht aber dieses Werk mit Witzen auf der Metaebene auf ironische Distanz zu sich selbst. Dabei hätte er eigentlich die perfekte Auflage dafür, ist doch die Protagonistin selbst Autorin von eben solchen Geschichten. Irgendwie erfrischend. Und noch dazu ohne jegliche Franchise-Verbandelung!

Fazit

Ohne hierbei jetzt unbedingt ein Meisterwerk zu erwarten, so ist es doch einfach mal nett, einen klassischen Abenteuerfilm zu sehen, der es schafft, witzig und charmant zu sein, ohne meinen zu müssen, sich ständig über sich selbst lustig zu machen. Für Unterhaltung ist in „The Lost City“ durchgehend gesorgt, auch wenn die meisten Lacher eher in der ersten Hälfte zu verorten sind und gegen Ende die Luft schon ein bisschen draußen ist. Aber nicht genug, um das Ganze irgendwie langweilig oder langwierig scheinen zu lassen.

Bewertung

Bewertung: 7 von 10.

(65/100)

Bild: © 2022 Paramount Pictures