Ein US-Militärflugzeug stürzt hinter feindlichen Linien mitten im Schwarzwald ab. Sofort schickt der skrupellose Major Johnson (Mickey Rourke) eine Gruppe Elitesoldaten los, um streng geheimes Material aus der Maschine zu bergen. Angeführt von Sergeant Brewer (Robert Knepper) und dem geheimnisvollen Walsh (Jackson Rathbone) macht die Einheit im Wald eine grausige Entdeckung: brutal erhängte Nazisoldaten, denen uralte, magische Symbole in die Körper geritzt worden sind. Damit beginnt für die Männer ein nicht enden wollender Albtraum, in dem sie von finsteren Mächten angegriffen und von mysteriösen Hexen um den Verstand gebracht werden. Diese hüten ein Geheimnis, das sogar den Ausgang des Zweiten Weltkriegs entscheidend beeinflussen könnte. (Verleih)

von Christian Klosz

Jeder, der sich von solchen Inhaltsangaben begeistern lässt, hat ganz offensichtlich ein Faible für Trash-Stoffe, sondern würde er doch ziemlich schnell das Weite suchen. „WarHunt“ wird diesem Anspruch zwar einerseits gerecht, andererseits nimmt sich der Horror-Kriegsfilm dabei überraschend ernst und präsentiert seinen abstrusen Inhalt völlig ironiefrei. Dazu passt auch, dass es rein technisch wenig auszusetzen gibt: Die Action- und Kampfszenen sind ordentlich inszeniert, die Horror-Effekte sehen viel weniger billig aus als in vielen vergleichbaren Werken und gerade zu Beginn kann Regisseur Mauro Borrelli mit überaschend sehenswerten stilistischen EInfällen punkten. Sogar die Schauspieler können über weite Strecken überzeugen: Wer also auf Trash-Trash steht, wird von „WarHunt“ mitunter sogar enttäuscht werden.

Das Problem, dass sich freilich durch die fehlende ironische Distanz der Macher zu ihrem Werk ergibt, ist, dass sich der Film nun an ernsthaften Vorbildern messen und mit ihnen vergleichen lassen muss – und da kann „WarHunt“ nicht mithalten. Das liegt in erster Linie daran, dass in der zweiten Hälfte die Qualität spürbar nachlässt und ab und an ordentliche Leerläufe aufkommen, denn die zentralen Aspekte der Handlung hat man da längst durchschaut und sich häufende und sinnlose Kampfszenen machen nur dann Spaß, wenn sie technisch und inszenatorisch außerordentlich gelungen sind: Doch über Mittelmaß kommt man hier letztlich doch nie hinaus.

Bleibt als Asset und selling point Kultschauspieler Mickey Rourke, der sich in den letzten Jahren bekanntlich vor allem für B-Movies und Trashware verpflichten ließ: Die Resultate waren stark schwankend, neben sehenswerten Genre-Perlen wie „Java Heat“, „Adverse“ oder „Blunt Force Trauma“ (hier sogar mit Arthouse-Touch und Anspruch, dt. Titel „The Gunfighters“) waren auch einige Reinfälle dabei. „WarHunt“ siedelt sich da irgendwo in der Mitte an zwischen spannendem Nischenfilm und sinnlosen Müll, zu ernsthaft um wirklich zu unterhalten und dann doch zu schräg, um als seriöser Kriegs- oder Horrorfilm durchzugehen.

Fazit:

„WarHunt“ ist am Ende nicht Fleisch und nicht Fisch: Die seltsame Mischung aus übernatürlichem Horror-Trash und actiongeladenem Weltkriegsfilm hat zwar durchaus interessante Ansätze, verliert sich gegen Ende aber zu sehr im beliebigen Mittelmaß, als dass man sich danach länger als zwingend nötig daran erinnern wollen würde. Für Mickey Rourke-Hardcore-Fans und Freunde von B-Movies mitunter einen Blick Wert, alle anderen sollten zu besseren Alternativen greifen (einige davon oben genannt).

Bewertung:

Bewertung: 5 von 10.

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„WarHunt“ ist seit 29.4.2022 auf DVD und BluRay verfügbar und seit 22.4. als VOD.

Bilder: (c) Capelight Pictures