„Backrooms“ ist derzeit DER Hype des US-Kinos: Bei überschaubaren Produktionskosten spielte der Horrorfilm bereits über 300 Mio. Dollar ein und lag zeitweise auf Platz 1 der Kinocharts. Dabei wurde der Film vom gerade einmal 20-jährige (!) Regisseur Kane Parsons inszeniert: Er hat seine Youtube-Serie – unter dem Produktionsmantel von A24 – als Spielfilm umgesetzt und wurde damit ganz nebenbei zum jüngsten Regisseur, der je das Box Office anführte. Das Ergebnis ist angesichts der Jugend hinter der Kamera beachtlich, aber angesichts des Hypes eine Enttäuschung.

Kritik von Christian Klosz

Der gescheiterte Architekt Clark (Chiwetel Ejiofor) lebt nach seiner Scheidung in seinem heruntergekommenen Möbelgeschäft, das auch bereits bessere Tage gesehen hat. Mit seiner Therapeutin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) sucht er einen Weg aus der persönlichen Krise, aber die Therapiesitzungen drehen sich im Kreis und Clark tendiert dazu, allen anderen die Schuld für alles zu geben.

„Backrooms“: Wie eine Geisterbahnfahrt auf YouTube

Eines Tages entdeckt er im Keller seine Möbelhauses eine durchgängige Wand: Er schreitet hindurch – und findet dahinter eine scheinbar unendliche Welt aus gelb beleuchteten Räumen, Fluren und Büroflächen, in denen auch seltsame Wesen zu leben scheinen.

Dr. Kline glaubt Clark seine Erzählungen nach dessen Rückkehr in die Realität allerdings nicht und deutet sein Verhalten psycho-pathologisch. Ergriffen von der Idee, ihr die Wahrheit zu beweisen, nimmt Clark zwei seiner Mitarbeiter (u.a. Lukita Maxwell aus „Shrinking“) in das Paralleluniversum mit: Sie sollen alles auf Kamera festhalten. Doch die „Backrooms“ und ihre Bewohner haben anderen Pläne…

backrooms 2026

Bei der filmischen Umsetzung der „Backrooms“ wurden die zugrundeliegenden „Creepypasta“-Versatzstücke mit einem kruden Sammelsurium aus Psychoanalyse-Tropen angereichert: Diese Halbwelt hortet Erinnerungen, Ängste und Traumata der Menschen und der Welt. Damit beginnen bereits die Problems dieses Films, denn der Versuch, dieser Youtube-Serie im Langformat Substanz und Tiefe zu geben, misslingt ordentlich.

Krude Tropen, fehlende Tiefe

So fühlt sich „Backrooms“ über weite Strecken an wie eine Geisterbahnfahrt aus Youtuber-Sicht, die lediglich auf Schauwerte setzt, aber wenig bis nichts zu sagen hat: Regisseur Parsons setzt (zu) oft auf die ihm vertraute Ego-Perspektive, auf simple Schockeffekte, der „tiefenpsychologische“, symbolische Unterbau seiner Erzählung bleibt im besten Fall bemüht: Er sollte etwas Nachhilfe bei Cronenberg nehmen, sofern der Parsons ein Begriff ist.

Anhand der Qualität von „Backrooms“ ist der Hype nicht wirklich erklärbar; der liegt wohl eher daran, dass hier ein ungemein junger Regisseur ein ähnlich junges Publikum erreicht und anspricht. Ist der Film gänzlich gescheitert oder gar potenziell „der schlechteste Film aller Zeiten„, wie der Welt-Kritiker in seiner Rezension schreibt? Nein.

Parsons Film fehlen zwar technische Brillanz und inhaltliche Tiefe, doch alles in allem ist es ein recht solider Horrorfilm, der all jenen gefallen wird, die von dem Genre nicht mehr erwarten als etwas Grusel, Grauen und ein paar Schockmomente: Mit gerade einmal 20 Jahren muss man so etwas erst mal hinbekommen.

Bewertung

Bewertung: 6 von 10.

(57/100)

„Backrooms“: Seit 18.6.2026 im Kino.

Weitere Infos & Bewertungen zu „Backrooms“ bei IMDb und Rotten Tomatoes!

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Bilder: (c) A24