Nach 11 Jahren in einem Staatsgefängnis in Mississippi kämpft Russell Gaines (Garrett Hedlund) darum, seine vergangenen Sünden hinter sich zu lassen, als er zu seinem stoischen Vater Mitchell (Mel Gibson) nach Hause zurückkehrt. In einer schicksalhaften Nacht lernt er Maben (Willa Fitzgerald) kennen, mit der ihn ein tragisches Schicksal verbindet, von dem vorerst nur er weiß. Die, nach einem Übergriff tief traumatisiert, ist mit ihrer Tochter auf der Flucht und zwingt Russel, sie mitzunehmen. Aus der Zufallsbekanntschaft durch dramatische Umstände wird eine Freundschaft, Russel findet einen Platz für Maben und ihre Tochter auf der Farm seines Vaters.
Doch die Dämonen der Vergangenheit verfolgen beide, Russell und Maben müssen einander vertrauen, damit sie ihren Neustart nicht zerstören… Südstaaten-Thriller-Drama nach dem gleichnamigen und von der Kritik gefeierten Roman von Michael Farris Smith, der auch das Drehbuch schrieb unter Regie von Nadine Crocker.
Kritik
„Desperation Road“ zeigt sehr gute Ansätze, die er aber nicht konsequent zu Ende führt und vor allem daran scheitert, dass er kein großes Ganzes ergibt: Denn diverse Handlungsstränge greifen nur mangelhaft ineinander, manche sind zu lang, andere zu kurz, manche irrelevant. Dem Film gelingt es nicht, eine konsistente Dramaturgie zu schaffen, eine stimmige Geschichte zu erzählen, Spannung aufzubauen, obwohl die nötigen Zutaten vorhanden wären. Das liegt dann wohl in erster Linie am Drehbuch, denn Regisseurin Nadine Crocker gelinkt es durchaus, die teils heftigen Emotionen der Figuren, aber auch das rurale Südstaaten-Flair und glaubhaft einzufangen.
An den Darstellern liegt es nicht: Hedlund spielt den sich rehabilitierenden Ex-Häftling, der den rechten Weg sucht, solide und minimalistisch. Fitzgerald die von purer Verzweiflung getriebene Maben äußerst überzeugend. Und Mel Gibson erdet in seiner Nebenrolle als Russels Vater die ganze Geschichte, wenngleich der Auftritt für ihn nur Fingerübung ist.
Alles in allem ist „Desperation Road“ eine leider zu unausgegorene Mischung aus Südstaaten-Drama, Thriller und B-Movie, die zwar sehr gute und ansehnliche Ansätze zeigt und mit einigen überzeugenden Sequenzen aufwarten kann, diese aber nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammenführen kann.
Bewertung
(51/100)
von Christian Klosz
Seit 14.12. auf DVD/BluRay, ebenso als VOD.
Bild: (c) EuroVideo
