Ab 25.1. im Kino (D, Ö)

Thomas Sieben versucht sich an einem ambitionierten Horror-Projekt: „Home Sweet Home“, der neue Film des deutschen Regisseurs und Drehbuchautors, ist ein Haunted-House-Thriller, der aus nur einem einzigen Shot besteht und die Handlung in Echtzeit darstellt. Ein beeindruckendes Vorhaben, das allerdings nicht ganz so gelungen ist, wie vermutlich erhofft.

Von Natascha Jurácsik

Maria (Nilam Farooq) ist hochschwanger und richtet mit ihrem Mann Viktor (David Kross) den alten Hof ihrer Schwiegereltern ein, um ein neues Zuhause zu schaffen. Doch nachdem sie einen versteckten Raum im Keller gefunden hat, der ein grausiges Familiengeheimnis verbirgt, geschehen merkwürdige Dinge im Haus und schnell begreift sie, dass sie und ihr Kind nicht mehr sicher sind…

Optisch ist „der Film „Home Sweet Home“ zwar stimmig, gestaltet aber recht unspektakulär. Statt den One-Shot-Effekt zu nutzen, um eine anhaltende Spannung aufzubauen, geht Sieben auf Nummer sicher und wagt sich an keine wirklich kreativ umgesetzten Szenen heran – mit einer einzigen Ausnahme: Eine visuelle Halluzination, die Maria draußen im Garten beobachtet, zeugt vom Potenzial des Regisseurs. Doch leider reichte das wohl nicht für den gesamten Streifen.

Auch das Drehbuch ist etwas amateurhaft geschrieben, gespickt mit Klischees, unglaubwürdigen Dialogen und Schreckmomenten, die eher zum Gähnen als zum Schaudern verleiten. Schade, denn die Idee, die deutsche Kolonialgeschichte in Afrika als Spukgeschichte darzustellen, hätte durchaus interessant und originell umgesetzt werden können. Allerdings spricht „Home Sweet Home“ diesen Aspekt nur sehr oberflächlich an, wodurch er lediglich ein in Klammern gesetztes Detail in einer ansonsten recht überholten Story ist.

Nachdem Studios wie A24 und Blumhouse gezeigt haben, dass auch mit kleineren Budgets effektive Horrorfilme über Trauma, Schuld und gesellschaftliche Themen produziert werden können, ist ein solch halbherziger Versuch wie jener von Sieben leider ziemlich unnötig. Denn den Vergleich zu den prominenten amerikanischen Beispielen verliert er auf allen Ebenen.

Fazit

Ein netter Versuch, aber nicht mehr – „Home Sweet Home“ ruht sich auf einem technischen Gimmick aus, das lediglich in einer einzigen Szene kreativ zur Geltung gebracht wird und sonst nichts zu einem ohnehin durchschnittlichen Film beiträgt: Wieder einmal zeigt sich, dass der aktuelle Horror-Output aus Deutschland auf internationaler Ebene einfach nicht mithalten kann.

Bewertung

Bewertung: 4 von 10.

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Bild: (c) 2023 Constantin Film Verleih GmbH/ Gordon Muehle