Mit „Fear Street: Prom Queen“ (2025) landete am 23.5.2025 die bereits vierte Film-Adaption von R.L. Stines Buchreihe auf Netflix, sie basiert auf der Erzählung „The Prom Queen“. Der Horror-Slasher hat eine Laufzeit von gerade einmal 90 Minuten, ist zurecht erst ab 18 Jahren freigegeben – und hat kein Gramm zu viel auf den wohl inszenierten Rippen. Warum „Fear Street: Prom Queen“ viel besser ist als sein Ruf könnt ihr in unserer Kritik lesen.
von Richard Potrykus
„Fear Street: Prom Queen“ (2025): Der vierte Film der Reihe
Mit über 160 Geschichten hat die Buchreihe “Fear Street” von R. L. Stine so manches zu bieten. Die bereits bekannte und 2021 erschienene “Fear-Street”-Trilogie nutzt dabei verschiedene Elemente der Reihe allgemein und kombiniert sie mit diversen Themen und Eigenarten bekannter Horror- und Slasher-Filme.
Die Handlung von „Fear Street: Prom Queen“ spielt im Jahr 1988. Die Stadt ist nach wie vor Shadyside und in zwei Tagen findet dort der Abschlussball an der Highschool statt. Im Zentrum der Geschichte befindet sich Lori (India Fowler). Sie ist eine der Anwärterinnen auf den Titel der namensgebenden Prom Queen. Ihr zur Seite steht ihre beste Freundin Megan (Suzanna Son). Beide gelten als Außenseiterinnen.
Neben Lori sind noch die herrische Tiffany (Fina Strazza) und ihre “Wolfpack” genannte Clique dabei. Was eingangs noch wie eine reguläre Teenie-Erzählung aussieht, bei der in einem Highschool-Setting Retro-Charme mit Coming-Of-Age-Elementen verknüpft wird, entpuppt sich schon bald als mörderische Falle, denn nach und nach werden nimmt ein maskierter Killer alle Mädchen tödlich aus dem Rennen um die Abschlussballkönigin.

„Prom Queen“: Horror-Referenzen und spaßige Kills
“Fear Street: Prom Queen” ist, wie schon die anderen Teile der Reihe, kein dezidiert gruseliger Horrorfilm und setzt den Fokus klar auf das Vorantreiben der Handlung und die diversen Kills. Dabei nimmt sich der Film nicht zurück. Alle Opfer scheiden auf kreative und in der Art der Inszenierung amüsante Weise aus dem Leben. Zwar sind die anderen Teile, die sich ohnehin als Trilogie verstehen, in einen größeren Kanon eingefasst, doch steht dieser vierte Teil seinen Vorgängern in kaum etwas nach. Er ist durchweg einfallsreich und spaßig.
Einmal mehr werden andere Horrorfilme und deren Eigenarten referenziert, ohne dass „Fear Street: Prom Queen“ als direktes Rip-Off der Inspirationen daherkommt. Dabei wird auch auf eine gewisse Detailverliebtheit gesetzt. Wird eine Hand abgetrennt, kann es somit sein, dass auf witzige und morbide Weise die Armbanduhr am Menschen verbleibt. Ein unwichtiges, aber in der Skurrilität der Situation passendes Detail. Die Tode sind somit weniger der Höhepunkt schauriger Schreckensfahrten, sondern Pointen, die die großen und kleinen Finals diverser Szenen bilden.
Selbstverständlich spart der Film auch nicht an Schreien: Gekreischt wird hier an allen Ecken und Enden, die Augen sind stets weit aufgerissen, die Gesichter schmerzverzerrt. Einen besonderen Fanservice bietet Lili Taylor („The Conjuring“, 2013). Im 1999er Horrorfilm “Das Geisterschloss” spielte sie die fürsorgliche Eleanor, in “Fear Street: Prom Queen” mimt sie die gottesfürchtige Konrektorin Dolores Brekenridge.

Jugendlich unbeschwertes Ableben
Eines sollte einem aber klar sein: “Fear Street: Prom Queen” ist kein komplexer Film. Er verwendet das Genre nicht als Gerüst für eine tiefergreifende Geschichte, es gibt keine Gesellschaftskritik öder ähnliches. Zwar enthält der Film einen Kommentar auf die überhöhte Bedeutungsschwere gesellschaftlicher Konventionen, das gekünstelte Zusammengehörigkeitsgefühl und den Ritus Abschlussball, doch ist “Fear Street: Prom Queen” kein Lehrstück über soziale Abgründe westlicher Gesellschaften. Vielmehr bietet der Film über genau anderthalb Stunden die Möglichkeit, Jugendlichen unbeschwert beim Ableben zuzuschauen.
Fazit
Es ist schwer zu verstehen, warum “Fear Street: Prom Queen” in vielen Ratings so schlecht abschneidet. Der Film ist eigenständig und biedert sich nicht kurzsichtigen Witzen an, indem er wie in einem Spoof Movie à la “Scary Movie” von einer konkreten Referenz zur nächsten rast. Stattdessen bietet der kurzweilige Teenie-Horror-Slasher er genau das, was er verspricht, mit seiner eigenen Handschrift und in seinem eigenen Universum. Die Reduktion auf die Schauwerte und das Nötigste in Sachen Handlung sind die Stärken des Films und offenbaren das kuriose Potential von „Fear Street: Prom Queen“, ein moderner Klassiker zu werden.
Bewertung
(78/100)
-> Nach unten scrollen und selber über „Fear Street: Prom Queen“ abstimmen!
Filmdaten
| Titel | Fear Street: Prom Queen |
| Startdatum | 23.5.2025 |
| Regie | Matt Palmer |
| Darsteller | India Fowler, Chris Klein, Lili Taylor |
| Laufzeit | 90 Minuten |
| Bewertung | 8/10 (filmpluskritik) |
| Rotten Tomatoes | 33 % |
| IMDb | 5,2 |
„Fear Street: Prom Queen“ – Trailer
Wie fandet ihr „Fear Street: Prom Queen“? Welche Kritik habt ihr an Netflix‘ neuem Slasher? Lasst es uns im Kommentar wissen! Oder stimmt einfach ab:
Bilder: Alan Markfield/Netflix © 2025
