Mit „Trainwreck: Chaos-Bürgermeister“ veröffentlicht Netflix eine weitere Doku seiner neuen Reihe, die mit „Trainwreck: Woodstock 99“ begonnen hatte – und nächste Woche mit „Trainwreck: Poop Cruise“ weitergeht. Der Film befasst sich mit der turbulenten Amtszeit und tragischen Geschichte von Rob Ford, dem ehemaligen Bürgermeister von Toronto, der mit Crack-Konsum, Alkoholmissbrauch und anderen Skandalen für Schlagzeilen sorgte. Seit 17.6.2025 bei Netflix.
Worum geht es in „Trainwreck: Chaos-Bürgermeister“?
Die Dokumentation fokussiert sich auf die Bürgermeisterwahlen 2010 in Toronto: Der von Medien verlachte „Underdog“ Rob Ford errang dort einen überraschenden Wahlsieg, machte danach aber vor allem durch Drogen-Abstürze und zahllose Skandale von sich Reden. 2013 tauchte ein Video auf, das ihn beim Crack-Konsum zeigte (Video siehe unten). Zuerst stritt er alles ab und meinte, die Person in dem Video wäre jemand anderes. Weitere Vorwürfe wie sein exzessiver Alkoholmissbrauch, Gewalt gegenüber politischen Kollegen oder seine Verbindungen zu Drogendealern und Unterweltgrößen sorgten für weltweiten Medienrummel.
„Trainwreck: Chaos-Bürgermeister“ versucht, die Geschichte Fords über exklusive Interviews mit Wegbegleitern, politischen Konkurrenten und mit dem Fall befassten Journalisten zu rekonstruieren. Ergänzt wird das durch Archivaufnahmen, von denen es zahlreiche gibt.
Wer ist Rob Ford?
Robert Bruce Ford wurde am 28. Mai 1969 in Etobicoke, Ontario, geboren und entstammte er einer wohlhabenden Familie, die im Druck- und Etikettengeschäft erfolgreich war. Sein Vater, Doug Ford Sr., gründete das Unternehmen Deco Labels and Tags und war ein konservativer Abgeordneter im Provinzparlament Ontarios. Rob hatte drei Geschwister, darunter Doug Ford Jr., der seit 2018 Premierminister der kanadischen Provinz Ontario ist.
Rob Ford absolvierte die Carleton University in Ottawa, brach jedoch sein Studium der Politikwissenschaften ohne Abschluss ab. Beruflich trat er dann in die Fußstapfen seines Vaters und arbeitete im Familienunternehmen. Seine politische Laufbahn begann 2000 als Stadtrat von Etobicoke, wo er sich schnell als konservativer Hardliner hervortat, der etwa gegen HIV-Prävention agitierte. Unter anderem meinte er auch, Straßen gehörten den Autos und wenn Radfahrer bei Unfällen ums Leben kämen, seien sie selbst schuld.
Rob Ford: Vom Underdog zum (Chaos-)Bürgermeister

2010 wurde Rob Ford überraschend zum Bürgermeister von Toronto gewählt. Er präsentierte sich als populistischer Außenseiter, dessen rabiater, volkstümlicher Stil bei vielen gut ankam – andere aber anwiderte. Anhänger sahen in ihm einen Kämpfer für den „kleinen Mann“, Kritiker einen unberechenbaren Provokateur.
Fords Amtszeit (2010–2014) war dann von Skandalen überschattet. 2013 bestätigte er nach monatelangem Leugnen den Konsum von Crack-Kokain. Auch öffentliche Wutausbrüche und Berichte über massiven Alkoholkonsum sorgten für Wirbel. Der Stadtrat entzog ihm darauf weitreichende Befugnisse, doch Ford blieb bis zum Ende seiner Amtszeit im Amt. Er bezeichnete das Vorgehen als „Staatsstreich“.
Nach einer Krebsdiagnose (Liposarkom) im Jahr 2014 zog sich Ford aus der Bürgermeisterwahl zurück, kandidierte aber erfolgreich erneut als Stadtrat. Nach einer OP gab er an, dass er geheilt sei, kurz danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand aber rapide, und am 22. März 2016 verstarb er im Alter von nur 46 Jahren.
-> Weitere Infos zum Leben und zur Karriere des „Chaos-Bürgermeisters“ Rob Ford
„Trainwreck: Chaos-Bürgermeister“, Dokumentarfilm, 50 min., ab 17.6.2025 auf Netflix
(Update 19.6.2025)

von Christian Klosz
Bilder: (c) Netflix bzw WikiCommons – Toronto, Canadaderivative work: MTLskyline
