Im Fahrwasser von „Top Gun: Maverick“ haben „späte Sequels“ zu Filmhits aus den 80ern und 90ern Hochkonjunktur: Zuletzt löste Axel Foley auf Netflix seinen 4. Fall, 2024 wirbelte „Twisters“ durch die Filmlandschaft, damals noch im Kino. Seit 2.2.2026 ist der sehenswerte Katastrophen-Thriller nun auch auf Netflix zu sehen.
Kritik von Christian Klosz
Bei „Twisters“ handelt es sich um ein eigenständiges Sequel zum Original aus dem Jahr 1996 von Jan de Bont: Eine neue Crew von Tornado-Fanatikern macht sich auf den Weg, Wirbelstürme zu jagen und zu erforschen. Im Zentrum steht dabei Kate Cooper (Daisy Edgar-Jones), die mit ihrer Crew ein experimentelles Forschungsprojekt testet, das Tornados zum „Zusammenfallen“ bringen soll. Bei einem tragischen Unfall verlieren drei ihrer Freunde das Leben, nur sie und Javi (Anthony Ramos) überleben. Traumatisiert lässt Kate das Stürmejagen bleiben und verdingt sich in der Wetterforschung.
„Twisters“ ist ein eigenständiges Sequel
Fünf Jahre später trifft sie das erste Mal seit langem auf Javi, der sie davon überzeugen will, ihn beim Einsatz einer neuen Tornado-Tracking-Methode zu unterstützen. Gemeinsam reisen sie nach Oklahoma, wo sie auf den selbsternannten „Tornado Twister“ Tyler Owens treffen (gespielt von Glen Powell). Der angeberische Selbstdarsteller ist Social Media-Star, Konflikte mit Kate sind vorgezeichnet. Doch als die Wirbelstürme immer größer werden, wird aus Spaß Ernst und die grundverschiedenen Kate und Tyler müssen ihre Kräfte bündeln.
Glen Powell in „The Running Man“ | Kritik
Wenngleich der Plot von „Twisters“ nicht sonderlich innovativ klingt, funktioniert er einwandfrei: Das liegt an der Erzählweise, aber auch der Regie von Lee Isaac Chung („Minari“). Dem US-Regisseur gelingt so ein Film, der vielfältige Parallelen zu „Top Gun: Maverick“ aufweist (und das nicht nur weil die Story von Joseph Kosinski kommt): „Twisters“ ist ein atemberaubender Actionfilm, der die besseren Elemente des Originals übernimmt, das Setting vorsichtig modernisiert, ohne aufdringlich zu wirken. Schlicht und ergreifend: Ein erstklassiger Unterhaltungsfilm, der sich atmosphärisch und erzählerisch am 90er-US-Kino orientiert.
Besser als das Original
Er erreicht zwar nicht die Qualität und inszenatorische Virtuosität von „Maverick“, hat aber trotzdem Blockbuster- und Klassiker-Potential, da er sich auf die Stärken des US-Kinos besinnt, auch vor etwas Pathos nicht zurückschreckt und nicht um jeden Preis neu, hip und modern sein will.
So hat „Twisters“ für alle etwas zu bieten: Action, Spannung, eine interessante Erzählung, tolle Bilder, sympathische Figuren. Und sogar Romantik. Bei einer Sichtung kann man also nichts falsch machen. Und ganz nebenbei übertrifft er auch das ohnehin überschätzte Original.
Bewertung
(83/100)
„Twisters“: Seit 2. Februar 2026 auf Netflix.
Bild: (c) Warner Bros.

Habe den Film nach 45 min ausgemacht – hohle Story, dumme Character und kaum was interessantes Neues….