In der gestern veröffentlichten BBC-Doku „Jared Leto: Hollywood’s Dark Secret“ werfen 4 Frauen dem Hollywood-Star („Morbius“), Oscar-Gewinner („Dallas Buyer’s Club“) und Musiker sexuelle Übergriffe vor. Insgesamt sprachen die Filmemacher mit 10 Frauen, die von problematischen Avancen über Telefonanrufe bis zu Vergewaltigung berichten. In manchen Fällen sollen die Betroffenen dabei minderjährig gewesen sein. Leto wies all die Vorwürfe in einem Statement als falsch und erlogen zurück. Was genau ist passiert und was wird ihm im Detail vorgeworfen? Ein Überblick.
Vorwürfe gegen Jared Leto: Darum geht es im Detail
Die Vorwürfe gegen Jared Leto reichen bis in die frühen 2000er-Jahre zurück. Bereits damals kursierten in der Unterhaltungsbranche Gerüchte, Leto suche gezielt Kontakt zu sehr jungen Frauen. Öffentlich und journalistisch aufgearbeitet wurden diese Vorwürfe jedoch erst im Juni 2025: Das US-Magazin Air Mail veröffentlichte nach monatelanger Recherche Aussagen von neun Frauen, die Leto sexuelles Fehlverhalten vorwerfen.
Im Juli 2026 folgte nun die BBC-Dokumentation „Jared Leto: Hollywood’s Dark Secret„, in der vier weitere Frauen detaillierte Vorwürfe erhoben. Die mutmaßlichen Vorfälle sollen sich zwischen 2002 und 2016 ereignet haben.
Jared Leto in „Masters of the Universe“
Manche Frauen waren minderjährig
Die Frauen waren nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Ereignisse zwischen 16 und 19 Jahre alt. Zu den Vorwürfen gehören Grooming, sexuelle Belästigung, sexuelle Nötigung und in einem Fall Sex mit einer Minderjährigen unterhalb der gesetzlichen Altersgrenze (statutory rape).
Eine Frau berichtet, Leto habe sie mit 16 Jahren in sexuellen Telefonaten bedrängt und zu Sex aufgefordert. Eine andere wirft ihm vor, sie mit 17 Jahren zu sexuellen Handlungen gedrängt zu haben. Eine weitere schildert einen sexuellen Übergriff in einem Motel. Andere Aussagen betreffen Entblößung, unerwünschte sexuelle Annäherungen sowie Drohungen mit sexueller Gewalt.
Gerüchte schon seit Jahren
Mehrere ehemalige Mitarbeiter von Letos Band Thirty Seconds to Mars beschrieben zudem ein Umfeld, in dem junge weibliche Fans gezielt Zugang zu Leto erhalten hätten. Gerüchte über derartige Neigungen Letos und zumindest problematisches Verhalten seinerseits kursieren in der Branche bereits seit vielen Jahren. In Kommentarspalten in Sozialen Medien finden sich daher auch viele Beiträge, die darauf eingehen („endlich“, „wurde auch Zeit“).
Jared Leto weist sämtliche Anschuldigungen entschieden zurück. Über seine Sprecher erklärte er, alle Vorwürfe seien „ausdrücklich falsch“, und betonte nach Erscheinen der BBC-Dokumentation, er habe „niemals jemanden sexuell angegriffen“. Bislang wurden gegen ihn keine Anklagen erhoben und es gibt keine strafrechtliche Verurteilung.
Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit gilt: Die Recherchen von Air Mail und der BBC beruhen auf zahlreichen Interviews sowie teilweise durch Nachrichten, Fotos und Zeugenaussagen gestützten Angaben. Dass mehrere Frauen unabhängig voneinander ähnliche Verhaltensmuster schildern, erhöht die Relevanz der Vorwürfe. Gleichzeitig konnten nicht alle Anschuldigungen unabhängig verifiziert werden.
Was hat es mit dem Jared Leto-„Kult“ auf sich?
Der sogenannte „Jared-Leto-Kult“ bezieht sich auf ein Image, das der Schauspieler und Frontmann von Thirty Seconds to Mars über Jahre selbst mit aufgebaut hat. 2019 veranstaltete die Band auf einer kroatischen Insel das mehrtägige Festival Mars Island, bei dem Leto komplett in Weiß gekleidet vor seinen Fans auftrat. Bilder von ihm mit langen Haaren und weißem Gewand erinnerten viele an eine religiöse Messiasfigur und lösten zahlreiche Memes aus.
Leto spielte mit diesem Image, bezeichnete die Veranstaltung scherzhaft als „Kult“ und veröffentlichte entsprechende Fotos in sozialen Medien. Tatsächlich handelte es sich jedoch um ein Fan-Event mit Konzerten, Yoga, Workshops und gemeinsamen Aktivitäten.
Nun gerät das „Kult“-Image im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen wieder in den Fokus. Kritiker argumentierten, dass die starke Verehrung durch Fans und die enge Bindung zwischen Star und Anhängern problematische Machtgefälle begünstigen könnten. (red)
Vorwürfe gegen „Citizen Vigilante“-Star Armie Hammer
Bild: Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, Link (2025)
