Teil 1: Die 30 besten Bio-Pics der Filmgeschichte – 1

15. „Man on the Moon“ (1999) – Regie: Milos Forman; Drehbuch: Scott Alexander, Larry Karaszewski
Porträt eines positiv Verrückten, eines großen Missverstandenen: des Komikers Andy Kaufman, der zur Blütezeit des US-Fernsehens Publikum und Showbiz ordentlich durcheinanderbrachte. Brillant gespielt von Jim Carey, der beweist, dass er ein ganz großer seiner Zunft ist

14. „Darkest Hour“ (2017) – Regie: Joe Wright; Drehbuch: Anthony McCarten
Grundsolides Biopic, das vor Allem von der großartigen Performance von Gary Oldman als Winston Churchill getragen wird. Der Oscar ist mehr als verdient, zudem gewinnt der Film in Anbetracht der momentanen Weltlage (leider) zunehmend an Aktualität

13. „The Last Emperor“ (1987) – Regie: Bernardo Bertolucci; Drehbuch: Mark Peploe, Bertolucci
Bertoluccis Blick in die „verbotene Stadt“: Als erster westlicher Filmemacher durfte er nach Peking, um ein ebenso erotisches wie sinnliches und visuell betörendes Portrait einer vergangenen Epoche zu zeichnen

12. „Good Fellas“ (1990) – Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: Scorsese, Nicolas Pileggi
Kein klassisches Biopic, vielmehr das Portrait einer ganzen familia, eines Clans, einer Epoche – basierend auf realen Vorbildern. Scorseses Mafia-Klassiker bildet minutiös und exakt das ab, was der Regisseur seit der eigenen Kindheit kennt: Den Mob als ultimative Ausgeburt der Hölle und der Kapitalismus, in der Böse beinahe banal und banal normal erscheint

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11. „Sully“ (2016) – Regie: Clint Eastwood; Drehbuch: Todd Komarnicki
Clint Eastwoods schlichtes Portrait eines „schlichten“ Mannes, der zum Helden wurde: Chesley „Sully“ Sullenberger landete ein abstürzendes Flugzeug im Hudson-River, und rettete das Leben aller Passagiere – und musste sich dennoch danach vor Gericht verantworten. Fazit: Die zynisch gewordene Welt will keine Helden

10. „Frost/Nixon“ (2008) – Regie: Ron Howard; Drehbuch: Peter Morgan
Höchst unterhaltsames Portrait zweier Epigonen der US-Öffentlichkeit, fesselndes Schauspielkino auf höchstem Niveau: Kaum jemand stellte Nixon auf der Leiwand je besser dar als Frank Langhella, der „Tricky Dick“ sogar sympathische und menschliche Seiten abringt. Meisterhaft im Regiestuhl: Ron Howard

9. „Control“ (2007) – Regie: Anton Corbijn; Drehbuch: Matt Greenhalgh
Intensives Portrait von „Joy Division“-Sänger Ian Curtis (erschreckend gut: Sam Riley) plus Band, viel beachtetes Spielfilm-Debüt von Musikfilmer Anton Corbijn, der darauf weitere, sehenswerte Werke folgen ließ

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8. „Raging Bull“ (1980) – Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: Paul Schrader, Mardik Martin
Der ultimative Box-Film von Martin Scorsese, dem es weniger um den (brutalen) Sport geht, als um ein eindringliches Portrait einer von Selbtshass gezeichneten Figur, Jake la Motta, der in Ermangelung einen angemessenen (verbalen) Sprache der Welt seine Wut mit seinen Fäusten mitteilt. Genial: Robert de Niro (Oscar)

7. „Dallas Buyers Club“ (2013) – Regie: Jean-Marc Valee; Drehbuch: Craig Borten, Melisa Wallack
Method-Acting auf hächstem Niveau: Matthew McConaughey, abgemagert bis auf die Knochen, liefert als Ron Woodroof eines der bemerkenswertesten Schauspiel-Comebacks der jüngeren Filmgeschichte. Als anfangs homophober Texas-Redneck – der plötzlich selbst an AIDS erkrankt, und sein Leben von Grund auf umkrempelt

6. „Aviator“ (2004) – Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: John Logan
Scorseses „Citizen Kane“: Nur leidet sein Citizen Hughes unter ärgsten Zwangsneurosen, die ihn zunehmend lähmen. Portrait eines larger-than-life-Charakters, dem die Flügel gestützt werden, genial verkörpert von Leonardo Di Caprio, der zudem die treibende Kraft hinter der Realisierung des Projekts war

5. „Walk the line“ (2005) – Regie: James Mangold; Drehbuch: Mangold, Gill Denis
Für Joaquin Phoenix die „Rolle des Lebens“: In „Walk the Line“ wird er förmlich zu Johnny Cash: ein Getriebener, ein Suchender mit selbstzerstörerischer Ader, der schließlich doch seine Erlösung in der Liebe zu June Carter (ebenso großartig: Reese Witherspoon) findet

4. „Foxcatcher“ (2014) – Regie: Bennett Miller; Drehbuch: E. Max Frye, Dan Futterman
Ein bemerkenswertes Portrait eines ungewöhnlichen (amerikanischen) Lebens: John du Pont ist Ornitologe, Philantrop, Millionenerbe – und Wrestling-Coach. Sein „Team Foxcatcher“ will er zu Olympiagold motivieren, doch homoerotische Gefühle und Wahnsinn kommen ihn in die Quere. Ein verstörender Film über einen bizarre Existenz, betörend ins Szene gesetzt von Bennett Miller („Moneyball“)

3. „The Wolf of Wall Street“ (2013) – Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: Terence Winter
All der Wahnsinn des Kapitalismus kulminiert in einer (realen) Figur: Jordan Belfort als Wall Street-Hai, der armen Anlegern das Geld aus der Tasche zieht, um seine aus perversen Lastern gebaute Existenz zu finanzieren. Ein Potrait eines Lifestyle, ein Film-Rausch, anziehend und abstoßend zugleich

2. „Catch me if you can“ (2002) – Regie: Steven Spielberg; Drehbuch: Jeff Nathanson
Einer der besten Spielberg-Filme überhaupt, spielerisch leicht und unterhaltsam, bestückt mit dem perfekt harmonierenden Duo Di-Caprio-Hanks: Die unglaubliche, aber wahre Geschichte des Frank Abagnale Jr., der vor seinem 19. Geburtstag Betrügereien in Millionenhöhe einfädelte, und ein Leben als (Schein-)Anwalt, (Schein-)Pilot und (Schein-)Arzt führte

1. „Midnight Express“ (1978) – Regie: Alan Parker; Drehbuch: Oliver Stone
Ein Film, der längst als großer Klassiker gelten sollte, dabei aber stets vergessen wird: Alan Parker verfilmt (in leicht veränderter Form, und nach einem Drehbuch von Oliver Stone) das reale Leben von Bill Hayes, eines US-Studenten, der in der Türkei in Gefangenschaft gerät – und brutalst gefoltert wird. Ein Film über Korruption und Gehorsam, Macht und Machtmissbrauch, unterlegt von einem genialen Sountrack von Meister Giorgio Moroder

 

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