Viele haben hohe Erwartungen an den neuen „Tomb Raider“-Film: Nicht nur Lara Croft-Spielseriefans, deren Hoffnungen auf einen guten Film vor 17 Jahren ruiniert wurden, sondern auch Fans von Videospielen im Allgemeinen, denn hier  hat der Filmmarkt noch keine einstimmig erfolgreichen Produktionen abgeliefert.

Wie sich herausstellt, ist Alicia Vikander („Ex-Machina“) als neue Lara Croft der wahre Star dieses Films, auch ihr PR-Engagement in den letzten Wochen war bemerkenswert: sie bereiste die halbe Welt, stand Fans zur Verfügung und versuchte sie mit ihren Geschichten zu inspirieren. Sie spielt Lara Croft als ein Beispiel für eine starke Frau, die aus den schwierigsten Situationen herauskommt.

Im Film ist Vikander zur gleichen Zeit phänomenal, rebellisch, klug und stur, aber manchmal auch verletzlich und „nur ein Mädchen“, das sich nach ihrem Vater sehnt.

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Der Film erzählt die Geschichte von Lara Croft in Retrospektiven. Die Reise wird jedoch
irgendwann etwas vorhersehbar und voller „Jump & Run“- Situationen. Der Regisseur Roar Uthaug konzentriert sich zu oft auf Nebenfiguren und lenkt den Betrachter unnötigerweise vom Hauptcharakter Croft ab. Auch die Figur des „Bösewichts“ Mathias Vogel kann nur wenig überzeugen. An der Darstellung Walton Goggins gibt es nichts auszusetzen, aber alles in Allem erscheint die Figur ziemlich banal.

Roar Uthaug konzentriert sich leider im Laufe des Films auch mehr auf die effektvolle Darstellung der (Meeres-)Landschaften, als auf seine talentierte Hauptdarstellerin. Es gibt nicht genug Einfühlungsvermögen, und die Kampf- und Actionszenen langweilen den Zuschauer mit der Zeit ziemlich.

Fazit: „Tomb Raider“ ist sicherlich ein absolutes Muss für Fans von Videospielen und von Lara Croft, scheint aber nicht ganz das zu sein, worauf sie gewartet haben. Es gibt jedoch Hoffnung, denn der Film zeigt Laras Entwicklung als Charakter, läutet eine Fortsetzung ein und macht Lust auf mehr.

Das ist vor allem der wundervollen Alicia Vikander zu verdanken. Wenn sie im nächsten Film ein besseres Szenario bekommt, ausdrucksstärkere Gegner und ein bisschen mehr Empathie und Distanz in der Regie, kann daraus noch etwas werden.

5/10 / von Szymon Pietrzak

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