In unserem Feature „Film der Woche“ präsentieren wir euch (in letzter Zeit zugegeben etwas unregelmäßig) Filme, die es zu sehen lohnt: Große Klassiker ebenso wie Geheimtipps, bekannte Größen ebenso wie Filme, die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Unsere Nr. 18 ist die herrliche Komödie „Meine Braut, ihr Vater und ich“ mit einem großartigen Robert de Niro und einem schmerzhaft komischen Ben Stiller in den Hauptrollen.

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Gaylord „Greg“ Focker (Stiller) ist „männliche Krankenschwester“ aus vollster Überzeugung. Der Job bringt ihm zwar weder Ruhm und Ehre, noch Geld, dennoch hat er eine wundervolle Frau, Pam (Teri Polo), an seiner Seite. Nachdem deren Schwester heiraten will, steht für das Paar der erste Besuch bei Pams Eltern an, Jack (de Niro) und Dina Burns (Blythe Danner). Jack Burns liebt seine Tochter über alles, aber ist wohl das, was man mitunter over-protective nennt: Sein ehemaliger Job als Top-CIA-Agent und Profiler hilft nicht gerade dabei, sein Misstrauen gegenüber Greg zu mindern. Ein Wochenende voller Missverständnisse, kleinerer und größerer Katastrophen beginnt, bei dem nicht nur einmal Gregs Beziehung zu seiner geliebten Pam auf eine Harte Probe gestellt wird…

„Meine Braut, ihr Vater und ich“ (im Original „Meet the Parents“) ist eine herrlich unterhaltsame Komödie: Vor Allem die erste Hälfte des Films strotzt nur so von wunderbaren, komödiantischen Einfällen, die durch die guten schauspielerischen Leistungen von Ben Stiller (muss man mögen) und noch mehr von Robert de Niro (MUSS man mögen!) zum Leben erweckt werden. De Niro liefert eine wahre Meisterleistung ab, als typischer „De Niro-Charakter“, als „liebenswerter sleazeball„, als obsessiv-neurotischer, über-fürsorglicher Vater, der eigentlich nur das Baste für seine Tochter will, und damit das Schlimmste bewirkt.

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Stiller gibt den ungeschickten, tollpatschigen, nervigen, aber doch liebenswerten Idioten, der sich unverschuldet und selbstverschuldet in die aberwitzigsten Situationen bringt. Die Regie von Jay Roach ist solide, gibt den Schauspielern genug Raum zur Entfaltung, und bringt das gute, lustige Drehbuch voller guter Dialoge angemessen zur Geltung. Auch die anderen Schauspieler, von Teri Polo über Blythe Danner bis zu Owen Wilson, der den herrlich schrägen Ex-Freund Pams gibt, liefern sehr gute Leistungen ab.

Gegen Ende verliert der Film zwar etwas den „Drive“ des ersten Drittels, dennoch bietet „Meine Braut, ihr Vater und ich“ wunderbare Unterhaltung, und zählt so sicher zu den besten Hollywood-Komödien der letzten 20 Jahre. Mit „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ erhielt der Film 2004 im Übrigen eine dem ersten Teil in nichts nachstehende Fortsetzung, die mit den Hollywood-Stars Dustin Hoffman und Barbra Streisand als Gregs verrückte Ex-Hippie-Eltern aufwarten kann.

von Christian Klosz

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