Kochen ist eine Kunst: Dieses einfache Sprichwort enthält mehr Wahrheit, als man annehmen möchte. Köche, im Amerikanischen „Chefs“ genannt, sind im besten Fall Künstler, die nach Perfektion streben, die ihren Gästen ein einmaliges Erlebnis bieten möchten, das deren Leben bereichert. „Im Rausch der Sterne“ (2015 – „Burnt“) von John Wells ist einer dieser „Chef“-Filme, in der Hauptrolle überzeugt Bradley Cooper als anfangs obsessiver, zwanghafter und leicht narzisstischer Küchenchef, der versucht, sein auf die schiefe Bahn geratenes Leben endlich in den Griff zu bekommen. Und schlussendlich in einer neuen Küche, mit neuem Team – zum ersten Mal in seinem Leben – wahre Freunde und eine „Familie“ findet.

von Christian Klosz

Die Story ist nicht sonderlich komplex, vermag es aber dennoch, beim Zuseher Interesse zu wecken: Adam Jones war ein junger Star am Chef-Himmel, bevor ihn seine diversen Süchte und sein selbstzerstörerischer Lebensstil von seinem Weg abbrachten. Er verscherzte es sich zudem durch seine ungute Art mit seinen alten Kollegen, und eigentlich rechnet niemand mehr mit seiner Rückkehr in die Gastronomie. Doch er will es noch einmal wissen: Noch einmal ein eigenes Lokal führen, und den ersehnten dritten Michelin-Stern „erkochen“. Die Herausforderung für den begnadeten Egoisten ist vor Allem, sich mit seinen neuen Kollegen zu arrangieren, und leren zu vertrauen, und dass man mache Dinge nur im Team schaffen kann.

Neben der beeindruckenden Darstellung von Bradley Cooper, der dem von seinen eigenen Dämonen verfolgten Koch ein Gesicht gibt, das man ihm jede Minute abnimmt, bietet „Im Rausch der Sterne“ einen durchaus interessanten Einblick in die brutale Welt der „Haute Cuisine“. Chefköche werden – und das ist wohl nicht fern der Realität – als sich selbst als Götter fühlende Charaktere mit gigantischen Egos gezeichnet, die stets auf der Suche nach dem  Besonderen, dem Außergewöhnlichen sind. Wer sich selbst wie Gott fühlt, duldet niemand neben sich. So agiert lange Zeit auch Jones, bis er, auch unter Mithilfe der ähnlich begabten, aber deutlich sozialeren Helene lernt, dass man Großes nur und besser im Team erreichen kann.

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„Im Rausch der Sterne“ ist sicher kein Meisterwerk, und die Story ist zugegeben etwas dünn. Doch die Schauspielleistungen sind durchwegs gut, und der Film bietet einen interessanten und inspirierenden Einblick in die Welt der Haubenköche und -küchen, in die Psyche der Chefs, den man so in einem Spielfilm bisher selten gesehen hat. Durchaus eine Sichtung Wert.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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„Im Rausch der Sterne“ ist am 9.7. um 20.15 in ORF eins zu sehen.

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