Mit „Alpha“ bringt Sony Pictures am 6.9. auch bei uns einen archaischen Urzeit-Film in die Kinos, der vor Allem ob seiner beeindruckend gefilmten Bilder (dafür verantwortlich zeichnet maßgeblich der österreichische Kameramann Martin Gschlacht) zu überzeugen weiß. Atemberaubende Szenen und eine einfache, aber berührende Story zeichnen „Alpha“ aus.

Der junge Keda muss erstmals mit den Männern in seinem Stamm auf die Jagd gehen. Wir befinden uns in der letzten Eiszeit, vor rund 20.000 Jahren, und Keda ist ein junger Mann, und der Sohn des Stammesführers, weshalb besondere Erwartungen in ihn gesetzt werden. Während der Treibjagd wird er von einem Bison aufgespießt, und stürzt in eine tiefe Schlucht hinunter, wo er auf einem Vorsprung liegen bleibt. Da es den anderen Männern, inklusive Vater, unmöglich ist, den Jungen zu erreichen, findet man sich schweren Herzens mit dessen wahrscheinlichem Tod ab, und lässt ihn zurück. Doch Keda hat überlebt, und kämpft sich, trotz gebrochenen Beins, durch die Landschaft. Nachdem er einen Angriff eines Wolfsrudels überlebt, freundet er sich mit dessen Anführer „Alpha“ an, der ab nun sein Begleiter wird.

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Viele der Szenen in „Alpha“ sind geradezu von poetischer Schönheit. Dafür verantwortlich zeichnet die überzeugende Kamera-Arbeit von Martin Gschlacht und die solide Regie von Albert Hughes. Immer wieder verirren sich geradezu atemberaubende Szenen durch die 3D-Brille. Die Bilder umgeben eine archaisch-mystische Aura, die Story wird schnörkellos und konsequent erzählt. Auch die Schauspieler sind zu loben, vor Allem Kodi Smit-McPhee, der überzeugend und einfühlsam den jungen Keda gibt.

Gelungen ist auch die Darstellung der Freundschaft zwischen Mensch und Tier, zwischen Keda und Alpha, die sich erst etablieren muss, und den Kern des Films bildet. Aus ehemaligen Feinden werden Freunde, da man die gegenseitige Unterstützung benötigt, um zu überleben. „Alpha“ gelingt es, all diese Szenen glaubwürdig und authentisch darzustellen, ohne in allzu große Sentimentalität oder Pathos zu verfallen. Beeindruckend getroffen wurde der Wolf Alpha, bei dem man sich nie 100% sicher ist, ob er nun von einem echten „Hundedarsteller“ gespielt oder doch animiert wurde. Und überhaupt fällt die Tatsache, dass der Film in 3D gedreht wurde, hier nicht negativ ins Gewicht, sondern „Alpha“ scheint gar einer der wenigen Filme zu sein, die von diesen technischen Möglichkeiten bei der Umsetzung profitierten.

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Fazit:

Alles in allem bietet der Film „Alpha“ durchaus solide Kinounterhaltung, die mit teils großartigen Szenen aufwarten kann. Oft ist weniger mehr, ist eine einfache, aber authentische Geschichte wichtiger als bombastische Effekte oder geschliffene Dialoge. Die Poesie liegt hier in der Stille und der Schönheit der Natur, die stilsicher eingefangen werden konnte. Ein Film, der im Vergleich zu anderen rezenten US-Produktionen positiv aus dem Rahmen fällt.

Bewertung:

8 von 10 Punkten

von Christian Klosz

Bilder: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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