Der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci ist tot. Er hinterlässt insgesamt 16 Spielfilme, nicht wenige von ihnen lösten zu ihrer Entstehungszeit heftige Kontroversen aus, wurden aber teils auch zu großen Erfolgen und gelten als Klassiker der italienischen Nachkriegskinos. Bertolucci wird für Meisterwerke wie „Der letzte Kaiser“ oder „Der letzte Tango in Paris“ in Erinnerung bleiben.

Der Blick auf das Verbotene, das Verborgene, Voyeurismus in seiner kühnsten Form, so könnte man die Filme Bertoluccis umschreiben (orf.at). Der erste Erfolg gelang ihm 1972 mit „Der letzte Tango in Paris“, einem Film, der heute vielen noch als einer der besten Erotikfilme aller Zeiten gilt. Der Streifen mit Marlon Brando in der Hauptrolle wurde zum Kult, obwohl er ob seiner offen gezeigten Sex-Szenen heftige Proteste hervorrief und in Italien sogar verboten wurde.

Nach einer Oscar-Nominierung machte sich Bertolucci an das Mammut-Projekt „1900“, ein über 5 Stunden langes Epos über die italienischen Bauern- und Klassenkämpfe zu Beginn des 20. Jahrhunderts, starbesetzt mit Burt Lancaster, Donald Sutherland, Robert De Niro und Gerard Depardieu.

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„Der letzte Kaiser“ von Bernardo Bertolucci, der 77-jährig verstarb

Seinen größten Erfolg feierte Bertolucci 1987 mit dem Film „Der letzte Kaiser“, der neun Oscars und vier Golden Globes einheimsen konnte. Das visuell beeindruckende Historienepos handelt vom letzten chinesischen Kaiser, der bereits dreijährig den Thron besteigen musste. Bertolucci wurde dafür als erstem westlicher Regisseur erlaubt, an Originalschauplätzen in Peking, in der „Verbotenen Stadt“ zu drehen.

In den letzten Jahren war es ruhig um den Filmemacher geworden, der seit einer misslungenen Bandscheibenoperation im Rollstuhl sitzen musste. Nun verstarb er 77-jährig.

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