Wie oft kommt es vor, dass der sechste Teil einer Filmreihe der beste (oder der bisher einzig gute) ist? Selten. Aber nicht nie, denn: „BumbleBee“ von Travis Knight, im „Transformers“-Universum angesiedelt und ab 20.12. im Kino, gelingt, nach dem höchstnotwendigen Abtritt von Michael Bay vom Regiestuhl, genau das. Kein Meisterwerk, aber ein grundsolider Unterhaltungsfilm voller Nostalgie und mit großem Herz, der die 80-er musikalisch wie filmisch hochleben lässt.

Auf dem Transformers-Planeten in einer fernen Galaxie herrscht ein tödlicher Roboterbürger-Krieg, in dem sich eine Gruppierung aufständischer Blechsoldaten gegen die Oppression einer anderen zur Wehr setzt. Ein Krieger der Revolutionäre (Bumblebee) wird zur Erde geschickt, um dort eine Widerstands-Enklave für seine Artgenossen zu gründen. Er muss sich vor den nahenden Feinden aus dem All verstecken (wie sonst als in Form eines gelben VW-Käfers?), wird aber von der jungen  18-jährigen Charlie Watson (Hailee Steinfeld) entdeckt, die an sich nur auf der Suche nach einem erschwinglichen fahrbaren Untersatz gewesen war. Sie nimmt Bumblebee mit sich nach Hause, wo er sein „wahres Gesicht“ (das eines gutmütigen Metallroboters mit Faible für 80s-Mucke) zeigt, und von da an zu einer Mischung aus überdimensioniertem Haustier und bestem Freund für sie wird. Doch die bösen Transformers aus der weit entfernten Heimat im All lassen nicht lange auf sich warten, und machen Jagd auf Bumblebee und seine menschlichen Unterstützer….

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Die Tatsache, dass dieser kurze Handlungsaufriss fürs erste wohl eher abschreckend klingen mag, muss in diesem Fall nicht davon abhalten, sich den Film trotzdem anzusehen. „Bumblebee“ ist eine wilder cinematischer Mischmasch aus krachender Action-Komödie und Familien-Abenteuerfilm, Superheldenfabel und Monsterfilm, moderner CGI-Schlacht und ausgedehnter musikalischer und filmischer 80s-nostalgia.

Wer sich an animierten und schnell geschnittenen Materialschlachten erfreut, kommt hier sowieso auf seine Kosten; wer nicht, aber auch: All jenen, denen die Erwartung von „Roboteraction“ eher Schaudern bereitet, und die sich fragen, warum man im Kino computergenerierten Fantasieblechdeppen dabei zusehen sollte, wie sie sich gegenseitig zu Altmetall transformieren, bietet „Bumblebee“ eine solide erzählte, beizeiten sogar herzlich-zarte Coming-of-Age-Story und einen aus 80s-Pop-Klassikern gebastelten und geschickt in die Handlung verwobenen Feel Good-Soundtrack, dazu die Geschichte einer ungleichen, aber umso innigeren Freundschaft zwischen zwei völlig gegensätzlichen Wesen.

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Als große schauspielerische Entdeckung kann Hailee Steinfeld gesehen werden, die als toughe weibliche Hauptfigur Charlie Watson nicht nur den Rest des Casts, sondern auch ihren männlichen love interest ziemlich in den Schatten stellt. Die Effekte sind sowieso state of the artund „Bumblebee“ funktioniert als filmischer Zwitter zwischen Spielberg-affinem Blockbusterkino für die ganze Familie a la „ET“ und real-verfilmtem Cartoon wie „The Iron Giant“.

Fazit:

Es ist wohl zu erwarten, dass „Bumblebee“ eine ganze Reihe von Sequels und Prequels nach sich ziehen wird, die das Transformers-Universum weiter erkunden. Solange man sich aber auf ähnlichem Niveau bewegt wie hier, ist dagegen an sich wenig einzuwenden. Überraschend gut gemachte Unterhaltung für Jung & Alt. Ab 20.12. im Kino.

Bewertung:

7 von 10 Punkten

von Christian Klosz

Bilder: © Paramount Pictures Germany GmbH

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