Im Dezember 2017 hatte Entertainmentriese Disney angekündigt, sich durch den Kauf großer Teile der Film- und Fernsehbereiche von 21st Century Fox weiter vergrößern zu wollen. Ende März vollzog sich die Fusion der Megakonzerne im Rahmen eines kolossalen Deals: Satte 71 Milliarden US-Dollar hat Disney für die Übernahme hingeblättert. Damit übernimmt der Mäuse-Konzern die Rechte an zahlreichen Filmen und Serien.

So hat Disney mit dem Deal unter anderem James Camerons „Avatar“-Reihe erworben. Aber auch diverse Marvel-Comicverfilmungen, darunter das „X-Men“-Franchise und die „Deadpool“-Filme, gehören nun Disney. Damit wäre ein Aufeinandertreffen der X-Men mit den Avengers möglich, die bereits Teil von Disneys Marvel Studios sind. Marvel-Präsident Kevin Feige meint, dass eine Integration der X-Men ins Marvel Cinematic Universe zwar angedacht ist, nicht aber in nächster Zukunft: Die nächsten fünf Jahre des MCU sind bereits fertig geplant.

Fans des vulgären Brutalos „Deadpool“ machen sich womöglich Sorgen um eine Entschärfung des Anti-Helden – immerhin ist Disney für familienfreundliche Inhalte bekannt. Disney-CEO Bob Iger gibt jedoch Entwarnung: Auch weniger kindertaugliche Filme wie „Deadpool“ haben eine Zukunft bei Disney, sie müssen nur entsprechend separiert werden. So soll auch das horrorlastige „Alien“-Franchise und die derbe Agentenreihe „Kingsman“ unter Disney fortgeführt werden.

Klar ist nicht, in welcher Form die Fortführungen dieser Produktionen ihren Weg zum Publikum finden werden. Zwar wären neue Kinofilme denkbar, aber auch Serienableger sind im Rahmen des Möglichen. Denn neben Disneys eigenem geplanten Streamingdienst Disney+ ist der Konzern nun auch im Besitz großer Teile der Streamingplattform Hulu. Besonders die Ankündigung einer Fortführung von „Planet der Affen“ heizte Gerüchte an, dass es sich dabei um eine Hulu-Serie handeln könnte, da die Reboot-Kinotrilogie bereits 2017 erfolgreich abgeschlossen wurde.

Mit der Übernahme bringt es Disney auf einen knapp 40-prozentigen Marktanteil im Filmbereich in den USA und Kanada. Disneys Machtposition am Entertainmentmarkt ist damit größer als jemals zuvor.

von Paul Kunz

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