Was würde wohl geschehen, wenn Dinosaurier-DNS aus in Bernstein konservierten Moskitos extrahiert werden könnte, um die Urzeitriesen erneut zum Leben zu erwecken? 1993 gab Steven Spielberg in „Jurassic Park“, der actiongeladenen Verfilmung von Michael Chrichtons Bestseller-Roman, eine Antwort auf diese Frage.

von Paul Kunz

Sir Richard Attenborough spielt den reichen Unternehmer John Hammond, der mit dem Fortschritt der wissenschaftlichen Möglichkeiten seinen großen Traum verwirklichen will: Ein Vergnügungspark soll eröffnet werden, wo die geklonten Dinosaurier zum Gaudium der Massen hinter elektronischen Zäunen ausgestellt werden. Um den Park auf Sicherheitslücken zu prüfen, wird ein Expertenteam eingeladen, darunter Paläontologe Alan Grant (Sam Neill), seine Kollegin und Partnerin Ellie Sattler (Laura Dern), sowie der Chaos-Theoretiker Ian Malcom (Jeff Goldblum). Mit dabei sind außerdem Hammons Enkelkinder Tim (Joseph Mazzello) und Lex (Ariaan Richards). Als der Strom für die Zäune abgestellt wird, muss die Truppe bald feststellen, dass der Park alles andere als sicher ist.

Der Cast ist durch die Bank unglaublich charmant, doch die wahren Stars des Films sind die Dinosaurier. Denn die Tiere versetzen nicht nur die menschlichen Akteure im Film in ehrfurchtserstarrtes Staunen, sondern auch das Publikum. Die bahnbrechenden Spezialeffekte, die das Beste von computergenerierten Bildern und Animatronik vereinen, können einem auch 25 Jahre später noch ein Staunen entlocken, so lebensecht scheinen die Brachiosaurier, die gemütlich über die Weiden ziehen und so beängstigend sind die Velociraptoren, wenn sie Jagd auf die Kinder machen.

Diese Unmittelbarkeit ist jedoch nicht nur den Effekten geschuldet, Spielberg weiß die Tiere auch großartig in Szene zu setzen. Er inszeniert nervenaufreibende Action-Sequenzen, denen eine gehörige Portion an Spannungsaufbau vorausgeht. Da bewegen sich mal die Bäume im Gehege und die Futter-Ziege ist plötzlich verschwunden, ehe die Schritte von etwas Großem die Erde erzittern lassen – ikonisch der Shot vom vibrierenden Wasserglas! Erst dann taucht der Tyrannosaurus Rex auf und sorgt für Panik im Dino-Park.

Doch „Jurassic Park“ ist keineswegs bloß hirnloser Monsterspaß. Das Drehbuch nimmt sich die Zeit, die filmische Logik hinter den pseudo-wissenschaftlichen Prozessen rund ums Dinosaurier-Klonen ausführlich zu erklären und schafft somit eine glaubhafte, ernstzunehmende Welt. Es versteht die Tiere im Park als echte Lebewesen, anstatt sie zu Filmmonstern zu degradieren und trifft dabei Aussagen über die Verantwortung der Wissenschaft und deren Vermarktung zur Bespaßung der Menschenmassen. Es handelt sich zwar um keine tiefgreifende Untersuchung dieser Themen, aber um eine simple und starke Message, die auch heute enorme Aktualität besitzt: Man soll nicht, bloß weil man kann.

Der Film macht, das ist das Wichtigste, schlicht und ergreifend gehörig Spaß. Die liebenswerten Figuren, bahnbrechende Effekte, eine starke Inszenierung und ein kluges Drehbuch wirken allesamt zusammen, um großartiges Popcorn-Kino zu schaffen, das auch über 25 Jahre später noch zu begeistern weiß.

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