Aus (leider wieder) aktuellem Anlass:

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

Ein in der zweiten Republik nie dagewesener Skandal erschütterte die letzten Tage die österreichische Innenpolitik, auch der Rest der Welt schaute mit einer Mischung aus Faszination, Schadenfreude und Abscheu zu: Der ehemalige Vizekanzler H.C. Strache wurde mit seinem Anhängsel Johann Gudenus dabei gefilmt, wie er Österreich an eine (vermeintliche) russische Oligarchennichte verscherbeln wollte, die größte Tageszeitung des Landes kaufen wollte, eine Medienlandschaft „wie bei Orban“ installieren wollte, und allerlei weitere dumme bis gefährliche Dinge von sich gab.

Seine Aussagen in den Tagen darauf deuten nicht nur darauf hin, dass er wohl immer noch nicht verstanden hat, worum es hier eigentlich geht, sondern auch auf einen psychischen Ausnahmezustand, der nach Phasen der Hybris nicht ungewöhnlich ist: Verleugnung, Ausreden, Abschieben der Verantwortung, Relativierung, Täter-Opfer-Umkehr; was nicht sein darf, kann nicht sein, die Reflexion des eigenen Versagens in den Scherben der Existenz wird verkannt und verleugnet. Das ist menschlich verständlich und nachvollziehbar, aber…

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