Auch wenn das Zombiegenre bei weitem nicht mehr so omnipräsent ist, wie dies noch vor ein paar Jahren der Fall war, muss man doch eingestehen, dass es sich einen fixen Platz in den Kinosälen weltweit gesichert hat. Eine logische Konsequenz, die sich aus dieser Etablierung ergibt, ist, dass immer mehr Filmschaffende mit den Genrekonventionen zu experimentieren beginnen und deren Grenzen ausloten. So gibt es inzwischen bereits Musicals, Dramen und Komödien mit einem „untoten“ Einschlag. Auf dieser kreativen Welle schwammen im Jahr 2009 auch die Macher von „Zombieland“ und lieferten mit ihrer Mischung aus schrägem Humor und blutrünstigen Untoten einen Überraschungshit ab. 10 Jahre später folgt nun also die Fortsetzung – und wie so oft mischte sich zu der Vorfreude auch ein wenig Sorge und die Frage, ob die Verantwortlichen so viele Jahre später an ihren Erfolg anknüpfen können. Ob das Kunststück gelungen ist, oder „Zombieland 2“ besser nicht auferstanden wäre, erfahrt ihr in unserer Kritik.

von Mara Hollenstein-Tirk

Auch wenn das Überleben in Zeiten einer Zombieapokalypse nicht das einfachste ist, haben es sich Columbus, Tallahassee, Wichita und Little Rock doch ganz gemütlich eingerichtet. Ihr neues Zuhause ist immerhin das Weiße Haus, die Zombiehorden lassen sich dank der Befolgung der aufgestellten Regeln ganz gut in Schach halten und sogar die Liebe schaffte es, zu erblühen. Doch auch die schönste Zeit findet einmal ihr Ende, in diesem speziellen Fall ist dies der einsetzenden Pubertät bei Little Rock und dem mangelnden Angebot an annehmbaren Kandidaten geschuldet. Und so macht sich der Rest der Truppe auf den Weg, um das abtrünnige „Familienmitglied“ vor dem ihrer Meinung nach sicheren Tod zu bewahren.

Ganz genretypisch setzt man auch bei „Zombieland 2“ auf die Verknüpfung des Zombiesettings mit Roadmovie-Elemeneten und zeigt dabei eindrucksvoll, dass das Folgen etablierter Konventionen nicht immer etwas Schlechtes sein muss. Denn durch diese Verknüpfung erreicht man bereits anhand des Aufbaus, dass die Handlung stets vorangetrieben wird, das Tempo nie nachlässt und die Szenen nie austauschbar wirken. Natürlich kommt man nicht umhin, die deutlichen Parallelen zum Drehbuch des Vorgängers zu bemerken, erneut macht sich jemand auf den Weg, erneut trifft man dabei auf neue Leute und erneut sucht man nach einem sicheren Hafen. Doch trotz all dieser Ähnlichkeiten schaffen es die Macher, in diesem zweiten Teil genügend Veränderungen, vor allem in der Dynamik zwischen den Charakteren, zu etablieren, sodass der Zuschauer nie das Gefühl bekommt, eine schlichte Kopie zu sehen.

Durch diese neue Charakterdynamik ist es den Autoren außerdem möglich gewesen, neue Konflikte aufs Tablett zu bringen und so auch neue und frische Gags unter die altbewährten und erneut aufgegriffenen zu mischen. Denn eines ist klar: „Zombieland 2“ verzichtet als Fortsetzung nicht auch die bereits im ersten Teil gebrachten Gags, sondern zelebriert diese, baut sie weiter aus und legt sogar noch eine Schippe drauf. Dass dabei so viele der erdachten Witzeleien zünden, ist vor allem auch dem Cast zu verdanken – hier stimmt einfach erneut die Chemie – und auch die Neuzugänge wie Rosario Dawson und Zoey Deutch fügen sich wunderbar in das Gesamtbild ein.

Fazit

So ist „Zomieland 2“ alles in allem eine gelungene Fortsetzung, welche die Stärken des ersten Teils gekonnt aufgreift, diese durch frische Ideen ergänzt und so zu einem äußerst unterhaltsamen Angriff auf die Lachmuskeln mutiert. Fans des ersten Teils sollten also auf jeden Fall einen Blick riskieren, aber auch für andere Interessierte lohnt sich die Sichtung. Ab 7.11. im Kino!

Bewertung

8 von 10 Punkten

Bilder: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH