Mid-Budget-Genrekino: Diese Spielart machte das oftmals (zu Unrecht) in Verruf geratene US-Kino der 80-er (und teilweise 90-er) so spannend. Kleinere Filme mit Mainstream-Appeal, die Filmautoren mit gewissem Anspruch die Möglichkeit boten, innerhalb des oft engen Genre-Korsetts zu experimentieren, gegen Regeln (des guten Geschmacks) zu verstoßen und Subversion in die häufig frequentierten Lichtspielhäuser zu tragen – etwas, das wir heute vielfach schmerzlich vermissen im Spannungsfeld zwischen kalkulierten und großbudgetierten Blockbustern für „die breite Masse“ und ebenso kalkuliertem „Arthouse-Kino“, da in erster Linie seine (meist junge) Zielgruppe zufrieden stellen möchte, dabei aber Teile des Filmpublikums vor den Kopf stößt.

von Christian Klosz

Es gibt sie dennoch, diese seltenen Ausnahmen, wo Filmstudios den Mut haben, ihren Regisseuren kreative Freiheit UND ein gewisses Budget zur Verfügung zu stellen, um ihre eigene (Genre-)Vision umzusetzen: „Der Unsichtbare“ war heuer so ein Beispiel dafür, die Filmschmiede Blumhouse ist einer der wenigen, verbliebenen Förderer dieser kleinen Genre-Kunst.

Um noch einmal greifbarer zu machen, wovon wir reden: Von Filmen wie „Eine verhängnisvolle Affäre“, „Johnny Handsome“, „Angel Heart“, „Year of the Dragon“ oder „Basic Instinct“, der schließlich auch ein großer Mainstream-Erfolg wurde. Der neue Film „Fatale“ von Deon Taylor, der vor kurzem in den US-Kinos gelandet ist, fühlt sich dem schmutzigen, abgründigen Erotik-Thriller verpflichtet, der in den 80ern und 90ern recht populär war – und seitdem kaum noch zu finden ist. Dass der Titel auf den englischen Originaltitel von „Eine verhängnisvolle Affäre“ mit Michael Douglas und Glenn Close – „Fatal Attraction“ – verweist, ist kein großer Zufall.

Auch in „Fatale“ bekommt es ein Mann (Michael Ealy) mit einer krankhaft eifersüchtigen Frau (Hilary Swank) zu tun, die Rache will: Derrick (Ealy) will eine kurze Affäre mit Valerie (Swank), eine Polizistin, nach einem One-Night-Stand gleich wieder beenden. Die denkt aber gar nicht daran, sich einfach so abservieren zu lassen. Stattdessen nutzt sie die Möglichkeiten ihres Jobs, um Derrick in einem Ermittlungsnetz zu verstricken, aus dem er schon bald nicht mehr ohne ihre Hilfe herauszufinden droht. Das klingt alles nach einem perfiden Neo-Noir-Plot mit vielen Abgründen, wie auch der Trailer belegt:

Produziert wird das ganze von von Lionsgate, die bereits in den vergangenen Jahren mehrfach mit Deon Tayler zusammengearbeitet haben. „Fatale“ erschien wie gesagt kürzlich in den US-Kinos, wann und in welcher Form der Film zu uns kommen wird, ist noch nicht bekannt. Neben einem Kino-Release ist auch eine direct-to-DVD-Verwertung oder eine Verlagerung auf einen der Streaming-Riesen denkbar.

Bild: Screenshot Youtube