Traurige Zeiten für Filmfans, Filmschaffende und die Kino-Branche, und das seit fast einem Jahr: Corona hat nicht nur die gesamte Kulturbranche, sondern auch die Filmwelt weiterhin fest im Griff. Erwartete und angekündigte Kinoöffnungen konnten nicht stattfinden und wurden (ja, nachvollziehbarerweise) nach hinten verschoben, immer weiter, sodass derzeit niemand sagen kann, wann es wieder soweit sein wird, Filme auf der großen Leinwand bewundern zu dürfen. Geschweige denn genießen zu dürfen, ohne Maske, Mindestabstand etc.

Auch die schreibende Branche, der Filmjournalismus, und so auch wir, leidet: Immer weiter warten und hoffen – oder doch alternative Formen der Berichterstattung finden? Obwohl bei uns in der Redaktion fast alle das genuine Kinoerlebnis dem Streaming zu Hause vorziehen, war für uns bald klar, dass wir uns umstellen müssen. Im Frühjahr hoben wir neue Schienen aus dem Boden (etwa eine Reihe mit Berichten über den „Österreichischen Film“, 30 ausgewählte Streaming-Tipps oder – erstmals – Serienkritiken) und präsentierten in einigen Features „Filmtipps gegen die Corona-Depression“, etwa von Österreichs Ex-Kanzler Christian Kern (ein verkannter Filmexperte!) oder von den beiden Diagonale-Chefs Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger (die ihre Festivalausgabe 2021 kürzlich auf den Frühsommer verschoben haben). Nach einem kinomäßig halbwegs erträglichen Sommer setzte auch bei uns im Herbst wieder der Corona-Blues ein, neben einer Menge News aus der Filmwelt und ein paar Streaming-Starts gab es wenig Berichtenswertes.

Aufgrund der weiterhin schwer einzuschätzenden Lage und aufgrund der Tatsache, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Kinos in den nächsten Wochen wiedereröffnen und so die Branche wieder Fahrt aufnimmt (wir täuschen uns gerne!) haben wir uns entschieden, für den Februar erneut ein alternatives Angebot für unsere Leser/innen zu entwickeln: Neben den wichtigsten Streaming-Starts werden wir auch und verstärkt über Home-Cinema-Veröffentlichungen (DVD und BluRay) berichten, die in fast allen Fällen auch mit VOD-Starts einhergehen (für all jene, die sich schon zu sehr an nicht haptische Medien gewohnt haben). Die ebenfalls unter die Räder kommenden Filmverleihe freuen sich über die Präsenz, gerade weil viele von ihnen geplante Kinostarts verstärkt auf anderem Wege veröffentlichen (eben als VOD oder als Disc). Für die Konsumenten heißt das gleichzeitig eine höhere Qualität des Outputs. Und für unsere Leser/innen heißt das: Ein guter Überblick über die interessantesten Filme, die ab Februar neu zu sehen sind – sei es nun auf einer der gängigen Streaming-Plattformen, als VOD oder als BluRay oder DVD.

So werden in den kommenden Wochen auf FilmPlusKritik etwa Kritiken zu lesen sein zu den Netflix-Neulingen „Ausgrabung“, „Malcom & Marie“ und „I care a lot“, zum Prime-Start „Bliss“, der einiges erwarten lässt, aber auch zu reinen VOD/Home-Cinema-Veröffentlichungen wie dem neuen Wahnsinns-Film von Nicolas Cage, „Willy’s Wonderland“, dem Südkorea-Thriller „Deliver us from evil“ und dem romantischen Drama „Love Again“.

Abgerundet wird unsere Berichterstattung durch ein ausführliches Interview mit Alexander Dumreicher-Ivanceanu, dem neuen Obmann des Fachverbandes Film & Musik in der WKO, der interessante Einblicke von innen in die Lage der Branche geben wird.

Zum Schluss ein weiterer Hinweis in eigener Sache: Wir freuen uns, dass unsere Seite – gestartet als Hobby und geworden zum Leidenschaftsprojekt – sich so großer Beliebtheit erfreut. Wir wachsen ständig, aus einer eher „passierten“ Ein-Mann-Idee ist mittlerweile eine gut geölte Redaktion entstanden, die (unter normalen Bedingungen) von weltweiten Filmstarts berichtet und zu internationalen Festivals eingeladen wird, wo sich das Who ist Who der Filmwelt trifft (nachzulesen etwa bei unseren Berichten zur Berlinale 2020). Diese Leidenschaft soll aber auch für uns erträglich sein, da wir nicht wenig Zeit in die Aufrechterhaltung der Seite investieren, und so arbeiten wir derzeit an einem Abo-Modell, das unseren Leser/innen die Möglichkeit geben soll, einen (von ihnen gewählten) Preis für unser Angebot zu zahlen. Keine Sorge: Im Großen und Ganzen bleibt FilmPlusKritik auch weiterhin kostenlos, aber wir werden diverse Zusatzleistungen für all jene anbieten, die uns mit ein paar € pro Monat unterstützen wollen – extra-ausführliche Features und Beiträge etwa, Filmessays, News-Artikel mit Zusatzinfos und vor allem Kino-Gutscheine und Gratis-Filme (via Stream), die nur für Abonnement/innen vorgesehen sind. Die Details werden in den kommenden Monaten präsentiert, bis dahin freuen wir uns natürlich weiterhin über alle fleißigen Leser/innen, wie schon bisher. Keep your heads up!

Beste Grüße,

Christian Klosz

Gründer, Herausgeber & Chefredakteur