Detroit, 1954. Die Automobilindustrie ist noch nicht den Bach runtergegangen. Die Stadt gleicht noch keinem postapokalyptischen Ödland. Hinter den Kulissen tummeln sich trotzdem schon dunkle Machenschaften und jeder Menge kleine Fische. Es gilt: nur keine plötzlichen Bewegungen – das ist das Setting, in dem „No Sudden Move“ von Steven Soderbergh angesiedelt ist. Der von HBO Max produzierte Film ist seit kurzem bei uns auf Amazaon Prime zu sehen.

von Christoph Brodnjak

Steven Soderbergh ist wohl einer der fleißigsten aktiven Regisseure. Kaum ein Jahr vergeht ohne einen neuen Film von ihm, zuletzt konnte man den Thriller „Kimi“ von ihm sehen. In „No Sudden Move“ trommelt er gefühlsmäßig halb Hollywood für seinen Gangster-Krimi zusammen. Unter den Stars befinden sich Don Cheadle, Benicio del Toro, David Harbour, John Hamm, Amy Seimetz, Brendan Fraser und so weiter. Auch mit dabei: Ray Liotta, in einer seiner letzten Filmrollen. Auf ein paar Überraschungsgäste sollte man auch gespannt sein.

Sie alle kommen zusammen, um einen soliden Gangsterfilm abzuliefern: Curt (Don Cheadle) und Ronald (del Toro) werden engagiert, um auf die Familie eines Buchhalters (David Harbour) „aufzupassen“, während er aus dem Safe seines Chefs ein Dokument entwenden soll. Ihr Auftraggeber ist unbekannt, der Inhalt des Dokuments ebenso. Niemand soll dabei zu Schaden kommen. Dinge gehen naturgemäß schief.

Was folgt, ist ein klassischer Crime-Plot, wie man ihn an sich schon oft gesehen hat. Es gibt Schießereien, Taschen voller Geld, Entführungen und gegenseitiger Betrug und Tricksereien. Detroit bietet sich immer als ein wunderbarer Hintergrund für diese Art von Film an – an denke an Shane Blacks „The Nice Guys“. In „No sudden Move“ gibt es allerdings nichts zu lachen, es ist ein geradliniger Gangster/Mafia- Film.

Neben der durchaus ansprechenden Handlung und der beeindruckenden Liste an Darstellern sticht einem vor allem die Kamera ins Auge. Durch eine besonders ausgeprägte anamorphe Linse ist jedes Bild auf den Seiten stark verzerrt. Das erzeugt einerseits durchaus schöne Bilder, ist auf Dauer aber teilweise auch recht irritierend.

Fazit

Allzu große Überraschungen sollte man von „No Sudden Move“ nicht erwarten. Der Film läuft gewohnte Bahnen entlang. Das macht er dafür sehr gut. Alle machen das, was sie tun sollen, gut. Die vielen Darsteller, Soderbergh, die Kamera, der Schnitt, die Musik. Wer ein gewisses Faible für Filme wie „Goodfellas“, „Killing Them Softly“ oder „The Town“ hat, wird an diesem Werk sicherlich Gefallen finden. Sonderlich aufgebrochen oder weitergehführt wird das Genre zwar nicht, aber warum sollte man mit den vorhandenen Bausteinen nicht einfach Spaß haben?

Bewertung

Bewertung: 7 von 10.

(70/100)

Bild: (c) Warner Bros. /HBO Maxx