Unter dem zugegeben etwas blöden Titel „Oh la la – Wer ahnt denn sowas?“ legt der Franzose Julien Herve sein Debüt als Solo-Regisseur vor, das ein typischer Christian Clavier-Film geworden ist, der eine der Hauptrollen spielt. Sprich: Eine unterhaltsame Komödie um einen gesellschaftlich höher gestellten, geradezu klischeehaft typischen Franzosen, dessen felsenfeste Gewissheiten in Frage gestellt werden („Monsieur Claude“ lässt grüßen).

Diesmal mimt Clavier den weinanbauenden Aristokraten Frédéric Bouvier-Sauvage, dessen Tochter sich in den Sohn des Autoverkäufers Gerard Martin (Didier Bourdon) verliebt – für den statusbewussten Patriarchen eine unmögliche, weil nicht standesgemäße Verbindung. Beim Kennenlernen der Eltern auf dem beeindruckenden Anwesen der Sauvages überraschen die verliebten Kinder ihre Erzeuger mit den Ergebnissen von genetischen Tests, die die jeweilige ethnische Herkunft belegen sollen. Das etablierte Sozialgefälle gerät ordentliche ins Wanken, als sich herausstellt, dass Frédéric chirokeesische Vorfahren hat, Gerard ein halber Deutscher ist und seine Frau mit dem britischen Adel verwandt ist.

„Oh la la“ funktioniert hervorragend als Boulevard-Komödie, die dialoglastig, fast schon kammerspielartig Chauvinismus und Standesdünkel aufs Korn nimmt, ohne sich dabei spießiger Moralisierung zu bedienen. Alle Darsteller machen einen überzeugenden Job, Tempo und Timing sind weitere Assets dieses kurzweiligen Films, der vor allem Freunden französischer Komödien gefallen dürfte. Ein kurzweiliger Unterhaltungsfilm, der 1,5 Stunden Auszeit vom Alltag ermöglicht.

Rating

Bewertung: 7 von 10.

(66/100)

Seit kurzem für Heimkino als VOD bei diversen Anbietern verfügbar.

Bild: © White and Yellow Films – SND – M6FILMS – Beside Productions