Auch wenn der südkoreanische Film auf den heimischen Kinoleinwänden immer noch zum Nischenprogramm zählt, finden doch immer mehr Vertreter dieser Filmlandschaft ihren Weg in hiesige DVD-Regale in Form von „Direct to DVD“-Veröffentlichungen. Die Bandbreite ist dabei ebenso vielfältig wie beim amerikanischen Markt und reicht von Gesellschaftsdramen über Komödien bis hin zu Thrillern. Zu letzterer Kategorie zählt auch der Mitte Mai bei der Busch Media Group erschienene „A Hard Day“.

von Mara Hollenstein-Tirk

Wie der Titel bereits verrät, geht es hier um einen Polizisten, Gun-su, der wohl den schlimmsten Tag seines Lebens hat: Die geliebte Mutter gerade erst verstorben, Schwester, Schwager und Tochter müssen finanziell unterstützt werden und dann überfährt er eines Nachts auch noch einen Mann. Da brennen ihm kurzerhand die Sicherungen durch. Die Leiche kommt zunächst in den Kofferraum, anschließend in den Sarg zu seiner Mutter und wird schließlich unbemerkt gemeinsam mit ihr begraben. Doch hier fängt der Horror für den Ermittler erst so richtig an, denn plötzlich erhält er einen Anruf von einem Unbekannten, der ihm eröffnet, dass er alles beobachtet hat. Wer ist der mysteriöse Anrufer? Was will er? Und wie soll Gun-su nur jemals wieder aus diesem ganzen Schlamassel hinauskommen?

Was sich hier nach dem Prinzip Eskalationsspirale a la „Falling Down“ anhört, täuscht ein wenig, denn eigentlich ist der Protagonist bereits zu Beginn der Geschichte in einem relativ labilen Zustand. Die Mutter ist bereits tot, die Beerdigung muss vorbereitet werden – und da kommt es zu dem folgenschweren Unfall. Wie so oft bei solch einem erzählerischen Aufbau, muss man als Zuschauer natürlich zunächst einmal die panische Beseitigung der Leiche schlucken, während einem der eigenen Verstand ständig die Frage aufwirft, warum der Mann nicht einfach die Polizei ruft – immerhin war es tatsächlich ein Unfall.

Aber gut, ohne diese Ausgangslage keine Geschichte, also am besten die innere Stimme auf stumm schalten und darauf einlassen. Und wenn diese Hürde dann einmal genommen wurde, entwickelt sich „A Hard Day“ auch wirklich zum spannenden Thriller mit einem stark aufspielenden Hauptdarsteller. Hier und da zwar noch immer ärgerlich verräterisch agierendend, weiß Lee Sun-Kyun durchaus mit seiner Performance zu überzeugen. Und auch die Geschichte entwickelt sich rasant und temporeich hin zu einem großen Showdown, den man zwar schon ziemlich genau vorhersieht, der einen aber trotzdem befriedigt zurücklassen würde. Einziges Problem: An dieser Stelle ist der Film nicht zu Ende. Was auch immer die Macher geritten hat, aber aus irgendeinem Grund haben sie beschlossen, noch weitere 20 Minuten dranzuhängen, die der Dramaturgie so gar nicht gut bekommen.

Das liegt auch daran, dass man in diesem eigentlichen Finale den Bogen ein wenig überspannt und so die eigentlich zuvor stets halbwegs realistisch wirkende Story in Gefilde transportiert, die man als Zuschauer nur mehr schwer schlucken kann. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen. So trüben die Verantwortlichen mit ihrem Drang, am Ende noch einen drauf setzen zu müssen, das eigentlich positive Gesamtbild von „A hard day“ doch deutlich.

Fazit:

Fans von Thrillern mit Gänsehaut-Momenten und solide inszenierten Actionszenen werden zwar trotzdem ihren Spaß mit „A hard day“ haben, aber auch sie werden schnell erkennen, dass hier eigentlich kaum etwas zu sehen ist, das den Film aus der Masse an anderen Genrevertretern herausstechen lassen würde. Alles in Allem: Bekannte Prämisse, netter zweiter Akt und eher schwaches Finale, das alles durchaus ansehnlich verpackt – aber leider ohne schmückende Schleife obendrauf.

Bewertung:

Bewertung: 5 von 10.

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Bilder: (c) Busch Media Group GmbH © 2021