Dem sonst nicht sehr hellen Reporter David (Lou Ferrigno Jr.) fällt auf, dass seine Kollegin Sofia (Dajana Gudic) sich geradezu besessen für einen Fall interessiert, bei dem es um dubiose Machenschaften einer Geheimorganisation (angeführt von „Zane“ Nick Cassavetes) und sich häufende Todesfälle im Umkreis der Reichen und Mächtigen geht. Als er sich mit seiner Affäre in einem Hotel trifft, sieht er eine Frau, die aussieht wie eine Prostituierte – und wie Sofia, aber mit schwarzen Haaren. Er vermutet, dass sie mehr weiß, als sie zugibt, und forscht weiter nach.
Zugleich gerät Sofia bei ihrer Recherche immer weiter in die Untiefen einer Verschwörung, die nicht nur die Geschicke von Politik und Medien in den USA zu lenken scheint, sondern auch ihr Privatleben gehörig auf den Kopf stellen wird.
von Christian Klosz
„Impulse“: B-Movie mit Schwächen & Stärken
Was klingt, wie ein zweitklassiges B-Movie, ist das auch, aber doch mehr: Denn „Impulse“ hat trotz seiner nicht immer ganz logischen Geschichte auch reizvolle und sehenswerte Momente: Zum einen sind das die sehr expliziten Sex-Szenen, die – obwohl pure Sexploitation aus Aufmerksamkeitszwecken – gekonnt gefilmt sind. Zum anderen sind es nicht immer vorhersehbare Plot-Twists, die aus dem Dickicht der kruden Verschwörungserzählungen herausstechen. Schließlich sind manche Dialoge in „Impulse“ überraschend gut geschrieben, wenngleich man von der deutschen Synchro dringend die Finger lassen sollte, die ist völlig misslungen.
In Filmforen wie letterboxd wird „Impulse“ als „QAnon-Propagandafilm“ abqualifiziert und allein deshalb verrissen. Andererseits fasst das „Midwest Film Journal“ den Film so zusammen: „A purposefully crazypants endeavor with an endlessly elastic waistband. „Impulse“ grafts timeworn traditions of past exploitation films onto the sort of contemporary conspiracies people conjure from their pointillist dots of paranoia. Wild, winking fun.“ Und kommt damit der Sache damit schon näher. Die Wahrheit liegt irgendwie dazwischen.
Denn eine rechtsextreme Agenda lässt sich nicht ausmachen, außer man möchte das: Verschwörungserzählungen waren klassischerweise eher „linke“ Übungen, auch in der Filmgeschichte, man denke an die Paranoia-Thriller der 1970er. Nur weil ein fiktiver Film nahelegt, es könnte perfide Geheimorganisationen geben, die Politik, Wirtschaft und Medien beeinflussen oder lenken, macht ihn das nicht per se zum „Trump-Film“. Gerade auch, wenn der sonstige Inhalt – wie in „Impulse“ – keine irgendwie geartete, politische Zuordnung zulässt.
Fazit
„Impulse“ ist also kein böser Film. Und natürlich ist er meilenweit von der Qualität der berühmten Vorbilder entfernt. Er ist aber auch kein Totalflop, sondern mäandert seine ganze Laufzeit zwischen „Scheitern“ und „Erfolg“, ein B-Movie mit Stärken und Schwächen, recht eigensinnig und technisch durchaus hochwertig umgesetzt. Wer Mainstream verabscheut und sich am „Reiz des Schlechten“ erfreut, wird auch an „Impulse“ Gefallen finden.
Bewertung
(50/100)
Ab 5.12. als Kauf-VOD, DVD und BluRay, ab 12.12. als Leih-VOD.
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Bild: (c) Tiberius Film
