David Lynch ist tot. Der legendäre Filmemacher starb mit 78 Jahren, wie gestern aus seinem Umfeld bekannt gegeben wurde. Eine offizielle Todesursache wurde dabei nicht genannt.

von Christian Klosz

Inzwischen berichten aber Insider, unter anderem in den Branchenmagazinen Deadline, und NME, über den tragischen Hergang von Lynchs Tod: Aufgrund der Wildfeuer in und um L.A. musste Lynch in den letzten Tagen aus seinem Haus am Sunset Boulevard evakuiert werden. Dieser Vorgang verschlechterte seinen Gesundheitszustand laut den Berichten drastisch – und Lynch starb.

David Lynch musste sich vor Covid isolieren

Der chronisch lungenkranke Regisseur (er litt an COPD und einem Lungenemphysem durch jahrzehntelanges Rauchen) hatte in einem Interview im September 2024 angegeben, dass er schwere Probleme beim Atmen hätte. Und dass er sein Haus aus Sorge vor einer Covid-Infektion nicht mehr verlassen könne, da diese für ihn tödlich sein könne: „I’m homebound whether I like it or not. I can’t go out. (…) Because of Covid, it would be very bad for me to get sick, even with a cold.“ Deshalb seien auch weitere Filmdrehs „on location“ für ihn ausgeschlossen, er zeigte sich aber offen gegenüber Projekten, die „remote“ und virtuell realisiert werden können.

Laut den Insider-Berichten starb Lynch kurz nach der Zwangs-Evakuierung, wobei in dem Bericht nicht darauf eingegangen wird, ob das an dem Rauch in der Luft, der Anstrengung durch die Umsiedlung oder einer Infektion lag.

Der tragische Fall demonstriert, wie die gesellschaftlich Ignoranz gegenüber Covid und anderen Infektionskrankheiten, aber auch gegenüber der Bedürfnisse vulnerabler und chronisch kranker Menschen deren Leben beeinträchtigt. Und im schlimmsten Fall sogar beenden kann. Der Tod eines der größten Regisseure unserer Zeit wäre wohl verhinderbar gewesen.

Rest in Peace, David Lynch.

Unser Text zu Lynchs Meisterwerk „Eraserhead“

Bild: (c) Parzanka , CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4877092