Zwei Spione, die sich zur Ruhe gesetzt haben, sind back in action: Das ist die Kurzform des Plots des neuen Action-Krachers von Seth Gordon auf Netflix, der passenderweise auch den Titel „Back in Action“ trägt. Warum der Film mit Jamie Foxx und Cameron Diaz solide umgesetzt ist, aber dennoch Netflix-Massenware ist, verrät Euch unsere Kritik.
von Richard Potrykus
„Back in Action“: Cameron Diaz und Jamie Foxx als Spionen-Paar
Die beiden Agent*innen Emily (Cameron Diaz) und Matt (Jamie Foxx), zugleich ein Liebespaar, erhalten durch eine Fügung die Möglichkeit, ihr kämpferisches Leben hinter sich zu lassen und eine Familie zu gründen. Kaum 15 Jahre später kommt, was kommen muss. Die Vergangenheit holt die beiden und damit auch die Kinder ein. Es beginnt ein durchaus familienfreundliches Action-Spektakel mit humorvollen Spitzen gegen die jeweils andere Generation.
Dabei werden einige Ideen durchaus sympathisch umgesetzt. Diaz und Foxx mimen zwei Menschen der Generation X, die dem Nachwuchs natürlich viel zu peinlich sind, aber eigentlich genau den Typ Eltern verkörpern, die man sich nur wünschen kann. Verantwortungsvoll und voll im Leben stehend, nehmen sie sich nicht immer allzu ernst und begegnen jeder Situation mit einer gewissen Coolness.
Zugegeben, manchmal weicht die Coolness einer generischen Abgeklärtheit. Diese geht nicht zuletzt mit der Unsterblichkeit einhergeht, die alle Held*innen besitzen, wenn es darum geht, bis zum Finale durchzuhalten. Das ist schade, da gerade die erste Hälfte von “Back in Action” Laune macht und Diaz und Foxx viel von ihrem Charme beisteuern.
Doch mit der zweiten Hälfte des Films kommt es zu einer Fokusverschiebung. Statt Emily und Matt stehen auf einmal die Figuren Ginny (Glenn Close) und ihr peinlich-trotteliger Toy-Boy Nigel (Jamie Demetriou) im Vordergrund, zwei Figuren, zwischen denen keine besondere Chemie besteht und bei denen sich „Back in Action“ auch keine Mühe gibt. Dies ist in der ersten Hälfte anders. Denn Emily und Matt funktionieren als Ehepaar und Eltern. Sie bilden ein gutes Team, wenn sie versuchen, ihre beiden Teenager Alice (McKenna Roberts) und Leo (Rylan Jackson) zu bändigen. Gleichsam ist zu erkennen, dass sie ihr altes Leben trotz Frieden und Ruhe auch vermissen. In den actionreichen Szenen lassen sie daher ordentlich die ansonsten wohlbehütete Sau raus. Sie halten einander die Rücken frei, ergänzen ihre Choreos und wissen genau, welche Sprüche sie dem neunmalklugen Nachwuchs drücken müssen, egal ob im heimischen Wohnzimmer oder im zerschossenen Automobil.
Leider hat dies niemand der Kamera gesagt, weshalb die Kämpfe lieblos in Szene gesetzt wirken und denkbar schlecht geschnitten sind. Es stellt sich die Frage, ob eine Kampfsequenz auch nur einmal in Gänze durchgespielt worden ist, oder ob man sich entsprechend den Einstellungen von Schlag zu Schlag filmte. “Back in Action” lässt hier in Sachen Qualität enorm Federn und das fällt ins Gewicht, da der Film zwar Spaß macht, aber nicht eine Überraschung parat hält.
Der Film ist dermaßen vorhersehbar, dass man während des Schauens Zeit hat, darüber nachzudenken, ob das gesuchte Gadget, der MacGuffin des Films, überhaupt logisch ist. In einer Welt, in der die Menschen -und somit auch das Publikum- umgeben sind von allerhand sich rasant weiterentwickelnder Technologie, einer Welt, in der selbst einfachste Apps eine Mindestversion an Betriebssystem verlangen und Spielekonsolen nicht abwärtskompatibel sind, sollen die Zuschauer*innen akzeptieren, dass es einen digitalen Apparat gibt, der auch nach anderthalb Jahrzehnten extrem gefährlich für jegliche Infrastruktur ist. Man sollte dies allerdings nicht überbewerten. Das Gadget ist nicht mehr als eine handlungstreibende Kraft, wie sie jedem James Bond Film zugrunde liegt, nur gibt sich “Back in Action” hier überhaupt keine Mühe und das sieht man auch.
Problematischer ist da, dass der Film mit einer Dauer von 114 Minuten einfach zu lang ist. Alles schreit nach anderthalb Stunden und man kann genau ausmachen, wo sich „Back in Action“ verrennt. Weniger ist manchmal mehr und das hätte ihm helfen können, denn leider gibt es Wendungen und Figuren, die es einfach nicht gebraucht hätte.
Fazit
“Back in Action” zeigt, dass Netflix zu viel Geld zur Verfügung hat, Filme oft als Content versteht und diesen Content über Qualität setzt. Der Film hat gute Ansätze, zwei tolle Hauptfiguren mit einer schönen Chemie, er hat Witz und Action – und ist dennoch nicht mehr als halbgar, sei es in der lausigen Kameraarbeit oder dem überfrachteten Drehbuch.
Bewertung
(60/100)
Bild: (c) Netflix

Ich bin fan des Films wollte ich schreiben 😀 Zu früh abgeschickt. Endlich wieder mal geile knallharte Action und Cameroon Diaz schaut immer noch heiss aus mit über 50! Schön dass sie wieder zurück ist auf der leinwand
Ich fan