Die Netflix-Serie „Der Millennium-Raub“ ist eine dreiteilige Dokumentar-Miniserie, die am 16. April 2025 auf Netflix veröffentlicht wurde. Sie beleuchtet einen waghalsigen Raubversuch, den eine Gruppe Gangster im Jahr 2000 im Millennium Dome in London abzogen. Sie wollten den teuersten Diamanten der Welt stehlen.

Die Serie erzählt die Geschichte einer Gruppe von Kriminellen aus dem Südosten Londons, die im Sommer 2000 einen der dreistesten Raubüberfälle der Geschichte planten. Ihr Ziel war der „Millennium Star“, ein makelloser Diamant im Wert von etwa 200 Millionen Pfund, der in den 90ern in Zaire gefunden wurde, außerdem weitere Edelsteine der De Beers-Ausstellung im Millennium Dome (heute O2 Arena). Der Gesamtwert der Edelsteine belief sich auf 350 Millionen Pfund – bei erfolgreicher Abwicklung wäre es der größte Raub der Geschichte gewesen.

Der Plan war spektakulär: Die Bande wollte mit einem JCB-Bagger durch die Umzäunung des Doms brechen, den zentimeterdicken Glasschutz um die Diamanten mit einer Nagelpistole und einem Abrisshammer aufbrechen, die Diamanten stehlen und mit einem Schnellboot über die Themse entkommen. Was sie nicht wussten: Die Polizei, genauer gesagt die Flying Squad, eine Spezialeinheit, hatte die Gruppe bereits im Visier. Und so lief alles auf ein Katz-und-Maus-Spiel hinaus, bei dem die Good Guys Jagd auf die Bad Guys machten. „Der Millennium-Raub“ erzählt die Ereignisse aus der Perspektive der Gangster und der Polizei nach.

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Für die Regie von „Der Millennium-Raub“ zeichnet Jesse Vile verantwortlich, als ausführender Produzent ist auch Guy Ritchie („The Gentlemen“) an Bord – und sein Einfluss auf die stilistische Umsetzung der Serie ist unverkennbar: In einer eher ungewöhnlichen Mischung changiert sie zwischen Krimi-Komödie und True Crime-Doku, mit vielen, nachgedrehten Sequenzen, in denen Schauspieler die Rollen der realen Gangster übernehmen. Diese dynamische und temporeiche Machart rückt „Der Millennium-Raub“ in die Nähe von anderen Ritchie-Formaten und hebt die Serie von typischen True Crime-Sendung ab.

Millennium Star
Das Objekt der Begierde: Der Millennium Star

Zudem nutzt die Serie auch Interviews und Archivmaterial, um die Geschichte zu rekonstruieren. Im Zentrum steht dabei Lee Wenham (siehe Titelbild), einer der Diamantendiebe, der als maßgeblicher Akteur in die Planung des Millennium-Raubs involviert war und die Geschichte aus seiner Sicht wiedergibt. Ihm gehört Episode 1 („Räuber“), während sich Episode 2 („Gendarm“) John „Swini“ Swinfield widmet, dem damaligen Chef-Inspekteur der Flying Squad, eine Untereinheit der Polizei, die auf Einbrüche spezialisiert ist. In Episode 3 („Räuber und Gendarm“) wird schließlich der Einbruch selbst nacherzählt.

„Der Millennium-Raub“ präsentiert sich insgesamt als kurzweilige und temporeiche Mini-Serie an der Schnittstelle zwischen Doku und Spielfilm (Krimi), dem es gelingt, einen der aufsehenerregendsten Raubüberfälle der Geschichte zu rekonstruieren. Der augenzwinkernde Humor lockert die Geschichte immer wieder auf, die gut konstruierte Dramaturgie sorgt für Spannung. Trotzdem kommt aber auch der Informationswert nicht zu kurz.

Bewertung

Bewertung: 7 von 10.

(73/100)

„Der Millennium-Raub“ – seit 16.4. auf Netflix. Doku-Serie. 3 Folgen.

von Christian Klosz

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Bilder: (c) Netflix